Trainingsparameter: Mehr Genauigkeit = mehr Erfolg!
Durch genaue Bestimmung der Parameter Deines Trainings erzielst Du den optimalen Trainingsreiz. Trainingsparameter sind die Variablen beim Training.
Hinweis zu meinen Artikeln:
Meine Artikel für Dich sind keine schnellen und oberflächlichen Nachrichten. Statt eines kurzen Tweets oder eines kurzen Statusupdate erhälst Du bei mir einen ganzen Artikel mit viel Detailinformationen. Zudem gibt es bei gesundheitlichen Problemen selten eine einfache und schnelle Lösung. Der menschliche Organismus ist hochkomplex und da ist schon die Reduktion in einzelne Artikel schwierig. Wie auch in meinen Artikeln so ist auch meine Therapie. Ich nehme mir Zeit für die Befundung, die Therapie, die Übungen, die Alltags- und Gebrauchsbewegungen und selbstverständlich auch die methodische und didaktische Vermittlung. Meine PatientInnen schätzen genau das: Sehr genau und ganz exakt, dabei sanft und immer herzlich, ganz nach meinem Motto in der Therapie: „Fühle Dein Wesen in Bewegung und erlebe Dein Sein in der Therapie“.
Inhaltsverzeichnis
Häufigkeit
Wie lange brauche ich eine Pause vor dem nächsten Training? Wann ist die Erholung erreicht? Und noch wichtiger, wann bin ich im Bereich der Superkompensation? Das bezeichnet die Anpassungsprozesse im Rahmen des Trainings. Denn der Körper passt sich den Anforderungen an. Diese Adaption heißt Superkompensation. Setzt Du den nächsten Reiz zu früh, vermindert sich Dein Erfolg. Setzt Du den nächsten Reiz zu spät, bleibt der Erfolg aus.
Je nach Belastungsart und -ort ist das sehr unterschiedlich und wird durch Tests ermittelt. Als Faustregel gilt: einmal pro Woche erhaltender Reiz, zweimal die Woche gering aufbauender Reiz, ab dreimal aufbauender Reiz.
Das Modell der Superkompensation
Dieses Prinzip wurde ursprünglich für die Glykogen–Superkompensation entwickelt. Es wird aber immer noch als Modell genommen. Die verschiedenen Funktionssysteme des Körpers antworten auf die gezielte Reizsetzung unterschiedlich. Die wird auch als „Heterochronismus der Wiederherstellung“ bezeichnet. Training ist die Anpassung der biologischen Prozesse (Superkompensationsprinzip) und immer auch Bewegungslernen!
Motorische Leistungen
Je genauer die Art der motorischen Beanspruchung, desto gezielter der Trainingsreiz für Deinen Körper:
Gleichgewicht, Orientierung und Kopplungsvermögen (Abstimmung der Bewegung räumlich, zeitlich und dynamisch)
Reaktion
Rhythmus und Anpassung-/Umstellungsfähigkeit
Vereinigung von Bewegungen sowie die Fähigkeit zur Neugestaltung von Bewegungen
Schnelligkeit
Flexibilität
Gelenkigkeit
Strukturlängenvermögen (früher Dehnung, nur das hintere Längsband an der Wirbelsäule ist dehnfähig)
Beweglichkeit
aktiv (durch Muskelkontraktion)
passiv (durch das Einwirken von Kräften)
Gewebegeschmeidigkeit
Die Belastungsart wird sehr zielgerichtet bestimmt. Und sie wird punktuell um ein vorliegendes Trainingsziel fokussiert. So vermeidest Du Training ohne exakte Zielsetzung und jahrelanges Training ohne Erfolg. Ein Beispiel:
Die Lügen beim Training
Es gibt keine Kraftausdauer. Es gibt nur einen Übergangsbereich zwischen der Limitierung der Kraft und der Limitierung der Ausdauer. Aus Sport-physiologischer Sicht ist aber der Kontext zur intramuskulären und extramuskulären Koordination wichtig. Vor allem zur Vermeidung von Trainings- oder Sportschäden an den Körperstrukturen.
Es gibt noch viele andere sportliche Ungenauigkeiten. Eines der bekanntesten ist, dass Muskeln dehnfähig sind. Das stimmt nicht. Also gleich mal weg mit dem Namen. Die gleiche Übung kann unter dem richtigen Aspekt aber sehr zielführend sein:
Muskellängenübung zur Erwärmung
Muskellängenübung in der aktiven Pause
Muskellängenübung zum Einbau von Aktin- und Myosinfilamenten im Muskel (niemals ohne Aufwärmung)
Muskellängenübung zur Regeneration nach dem Sport
Ablauf bei Übung und Training
Es ist gut, sich vorzubereiten. Auch bei Deiner Übungsstunde. Dann gehe langsam in die Aufwärmung. Bereite Deine Strukturen gezielt vor. Anschließend, wenn Du noch frisch und ausgeruht bist, übst Du eine zielgerichtete Erhöhung einer einzigen Fähigkeit. Im ausdauernden Üben baust Du sie in Dein Programm ein. Danach werden gezielt Strukturen „entmüdest“. Eine Phase der Entspannung erhöht den Effekt deutlich. Zum Schluss reflektierst Du Dein Üben und fühlst ausgiebig nach.
Testabhängiges Üben und Trainieren
Intensität (Belastung während eines Satzes)
Trainingsumfang (Wie oft mache ich eine Übung oder Zeitdauer der Belastung TUT time under tension)
Satz (Wiederholung der Bewegung)
Sätze (Wiederholung des Satzes)
Umfang (Tempo oder Zeit)
Dichte (Pausenlänge zwischen den Sätzen)
Jede Veränderung der Trainingsparameter verändert Dein Training. Und die „lohnende Pause“ zwischen den Sätzen erlaubt eine unvollständige Erholung (Regelwert 2/3), führt aber zu einem höheren Gesamtumfang.
Du kannst auch auf bestimmte Trainingsmethoden zurückgreifen oder ein eigenes Programm mit Deinem Coach entwickeln. Zwei typische Beispiele:
Fettverbrennung: Möglichst viele Kalorien lokal oder allgemein aerob verbrennen (auch durch den Nachbrenneffekt bis zu 48 Stunden)
Beispiele HIIT, Tabata, Challenge
Lerne Deine motorische Zielgenauigkeit zu erhöhen und wende dann exakte Trainingsparameter an! So erhöhst Du Deinen Trainingseffekt!
Reiner Schwope
Motivation und Aufmerksamkeit
Selbst wenn wir eine exakte Bestimmung der Trainingsparameter haben, so kommt nun eine extrem schwere Kategorie für die Therapeutin oder die Trainerin hinzu. Wir müssen für den nötigen Anreiz suchen. Bei auch immer gleichen Wiederholungen muss es für Dein Gehirn am besten total unterschiedlich sein. Je höher die ungebuwsste und bewusste Aufmerksamkeit sowie unser Ansporn ist, desto mehr Effekt zeigt sich.
Trainingstagebuch
Aus der Praxis empfehle ich Dir ein Trainingstagebuch. Nehme Dir mindestens einmal pro Woche Zeit für Deine Trainingsplanung. Sie ergänzt Dein Dir gesetztes Primärziel. Ein erfahrener Coach kann Dir helfen den Trainingsplan zu optimieren.
Eigenmotivation
Denke nicht viel über Deine Motivation nach, vor allem die ersten drei Jahre. Wir sind dann noch nicht so „abhängig“. Die neuronale Verschaltung baut sich ja erst auf. In dieser Zeit einfach in die Turnschuhe schlüpfen und los. Du darfst dafür umso mehr Freude nach dem Training haben.
Nichts ist ermüdender als über Dein eigenes Training und Deine Motivation nachzudenken. Es ist DEIN „Trainingskiller“. Lasse das einfach ganz weg. Konzentriere Dich nur auf DEIN Gefühl nach dem Üben oder Trainieren. Das spüre jedes Mal intensiv. Merke, was Dir und wie es Dir besonders gut geht. Das macht dann Freude und die will DEIN Körper dann immer mehr.
Und dann möchte ich noch mit einem weiteren „Trainingskiller“ aufräumen. Deine Tagesform wird, je nach Training, mal oben und mal unten sein. Merke Dir, der Trainingseffekt ist an den Tagen am besten, wo Du Dich nur so durchschleifst.
Dafür gibt es noch eine praktische Empfehlung für Dich, was Deinen Effekt erhöht, und zwar sofort: Suche Dir eine TrainerIn oder zumindest einen Partner beim Üben und Trainieren. Natürlich ist eine echte TrainerIn perfekt, denn wenn ich alle Faktoren zusammen fasse, dann muss jetzt noch die kurz-, mittel- und langsfristige Übung- und Trainingsplanung folgen. Nur ein Profi ist in der Lage, einen solchen Prozeß ideal zu forcieren und auch das letzte herauszukitzeln.
Ein Trainingsplan führt Dich durch die vielen Wirren des Aufbaues von motorischen Funktionen. Das ist vergleichbar mit dem Erreichen eines Zieles ohne eine Karte. Ein Grund, warum so viele Menschen im Fitnessbereich keine Erfolge erzielen. Hier erhält man meistens nur ein grobes Schema zum Üben.
Du darfst aber mit Erfolg trainieren. Du bist es Dir Wert. Investiere in Deinen Körper, damit Du Dich geübt und trainiert fühlst und dadurch Kraft und Ausdauer für Deinen Alltag hast!
Wörtlich übersetzt bedeutet „Wu“ nicht und „Wei“ Tun, Handeln oder Anstrengen. Kurz gefasst ist Wu Wei also nicht Handeln. Es ist aber keine Anweisung zur Untätigkeit oder Faulheit. Es ist eher eine Haltung, nicht ins Geschehen einzugreifen. Die Dinge dürfen sich selbst zu überlassen bleiben. So soll vermieden werden, gegen die Natur (auch die eigene) zu handeln. Diese Enthaltung dient der Reinigung und dem Löschen der vielfältigen Ursachen – Wirkungen – Folgen. Diesen Eintrag in das tägliche Dharma darf sich völlig auflösen.
„Tue nicht, alles ist getan“
Dies ist die Handlungsanweisung des Dao.
Inhalt
Hinweis zu meinen Artikeln
Meine Artikel für Dich sind keine schnellen und oberflächlichen Nachrichten. Statt eines kurzen Tweets oder eines kurzen Statusupdate erhälst Du bei mir einen ganzen Artikel mit viel Detailinformationen. Zudem gibt es bei gesundheitlichen Problemen selten eine einfache und schnelle Lösung. Der menschliche Organismus ist hochkomplex und da ist schon die Reduktion in einzelne Artikel schwierig.
Wie auch in meinen Artikeln so ist auch meine Therapie. Ich nehme mir Zeit für die Befundung, die Therapie, die Übungen, die Alltags- und Gebrauchsbewegungen und selbstverständlich auch die methodische und didaktische Vermittlung. Meine PatientInnen schätzen genau das: Sehr genau und ganz exakt, dabei sanft und immer herzlich, ganz nach meinem Motto in der Therapie: „Fühle Dein Wesen in Bewegung und erlebe Dein Sein in der Therapie“.
Das Dao ist die natürliche Lehre des Universum. Sie kommt in den verschiedenen chinesischen Religionen und Philosophien vor. Sie ist sogar der Kern einer eigenen Lehre, des Daoismus.
Ein wesentlicher Kern ist die eigene Intuition. Mit dieser geht es um das Erkennen des Wesenkerns und aus ihr heraus das Potenzial für die individuelle Weisheit und das spirituelles Wachstum zu finden. Doch dieses Sehen des Lebens ist kein Konzept. Es ist eine tatsächliche und lebendige Erfahrung. Wir finden sie im eigenen alltäglichen Leben. Der Name DAO leitet sich von einem chinesischen Schriftzeichen ab. Es bedeutet „Weg“, „Pfad“, „Straße“ und bedeutet somit auch „Lehre“ oder „Prinzip“.
Die Ursprünge
Die Entwicklung des Wu Wei aus dem Daoismus
Vor über dreitausend Jahren wurde in China die Handlungsanweisung aus dem Daoismus (auch Taoismus) schriftlich aufgeführt. Es war während der Zhou-Dynastie (1040–256 v. Chr.). Im Gegensatz zu den philosophischen Schulen im alten Griechenland gibt es jedoch keine exakte Zuordnung.
Entstehung zeitgleich mit dem Buddhismus
Etwa in der gleichen Zeit etablierte sich auch die Lehre des Siddhattha Gotama. Er wurde wahrscheinlich 563 v. Chr. in Indien geboren und starb 483 v. Chr. Der Begründer des Buddhismus schuf eine ähnlich formulierte Grundlage. In diesem steht das Gewahrsein im Mittelpunkt.
Was macht den Daoismus aus?
In der Vorstellungswelt des Daoismus findest Du folgende grundlegende Ideen:
Himmel und Erde werden kosmologisch begriffen
Das Werden, Wandeln und Vergehen wird in fünf Wandlungsphasen unterteilt (Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde)
Energie (Qi) ist der Motor von Allem
Die Natur des Seins wird in Gegensatzpaaren von Yin und Yang begriffen
Das Weisheitsbuch I Ging (Yijing) erklärt 384 Wandlungsmöglichkeiten
Dabei ist es keine theoretische Lehre, wie viele annehmen. Die körperliche Betätigung und die geistige Kultivierung spielen eine große Rolle. Geübt werden vor allem Techniken zur Kontrolle des Atmens, der Bewegung und der Ruhe des Geistes (Meditation). Dazu haben sich verschiedene mystische Techniken gesellt, wie zum Beispiel Alchemie und Magie. Uns ist der Daoismus noch bekannt in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) oder im Feng Shui (Harmonielehre).
Kommen wir zum Kern: Dao!
Hinter dem, was wir erkennen und wahrnehmen, gibt es Etwas. Es ist der Kern des Seins. Doch wir können ihn nicht fassen. Er entzieht sich uns. Das wusste schon der größte Meister des Dao Laotse (auch Lao-Tse, Laudse oder Lao-tzu):
„Das Tao, das sich mit Worten beschreiben lässt, ist nicht das wahre Tao.“
Lao Tse
Es gibt viele religiöse und philosophische Prägungen des Daoismus. Doch Alle entfernen sich vom Kern des Dao. Das ist auch verständlich und akzeptabel. Aber zum Erkennen ist es erforderlich die Richtung zu wechseln und sich dem Kern zuzuwenden. Es gibt also keinen gedanklichen Zugang, wir können nur durch Üben Erfahrungen sammeln. Deshalb mein Kōan zum Üben für Dich:
Mag die Wand auch nur ganz dünn sein wie ein Pergament und fast durchscheinend, so können wir nicht auf die andere Seite gelangen. Und doch sind wir ständig dort.
Ein Kōan ist im Zen-Buddhismus eine kurze Anekdote oder Sentenz. Sie stellt ein Frage, die logisch nicht erklärbar ist.
Wer möchte nicht in einer Welt voller Harmonie leben. Doch in der Realität scheinen wir meilenweit davon entfernt zu sein. Das ist nicht immer leicht zu ertragen. Doch warum ist das so und was kannst Du tun? Es lohnt sich einen Blick auf diese Fragestellung zu werfen.
Dein Wunsch an die Welt
Deine Welt in der Du lebst, ist so wie sie ist. Dein Wunsch nach mehr Licht, Liebe und Freude ist mehr als nur verständlich. Doch auch in den Kreisen, die vorgeben, diese Attribute zu leben, ist nicht immer alles wohlig und geprägt vom Miteinander. Daran kann man manchmal ein wenig (oder mehr) verzweifeln. Und mit den Lebensjahren kommen auch noch Lebenserfahrungen dazu, die Spuren in uns hinterlassen. Diese scheinen uns lehren zu wollen, das unser „frommer“ Wunsch nach Glückseligkeit in Allem doch nicht mehr als ein Glaube ist.
Ursache und Wirkung
Du bist in einer Welt, die einem grundlegenden Prinzip unterliegt. Es ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Dieses Gesetz ist umfassend. Es greift auf vielen Ebenen. Von der sehr einfachen Jetzthandlung bis zu tiefsitzenden karmischen Verstrickungen. Letztere sind nochmal zu unterscheiden in familiäre und persönliche. Du bist also eingespannt in ein Rad. Das nennt man auch:
„Das Rad des Lebens“
Die Wirkungen, die Du heute spürst, haben so unendliche Ursachen, dass Du auf den ersten Blick daran verzweifeln könntest.
Nehme Dir Zeit
Doch es gibt einen Ausweg: Nimm Dir Zeit! Halte das Rad an! Sei einfach hier und jetzt! Du hast in keiner Yang-Aktivität eine echte Kontrolle über das Lebensrad. Erst wenn Du in Deiner Yin-Qualität angekommen bist, hast Du eine Möglichkeit zu spüren. Spüre und erlebe Deine aktuelle Zeitqualität. Sei Dir gewiss, dass Deine Welt eine dualistische ist. Sie ist geprägt von Gegensätzen.
„Yang allein kann nicht hervorbringen, Yin allein kann nicht wachsen.“ “独阳不生,孤阴不长” (Laozi, De Dao Jing)“
Yin und Yang sind die beiden Urkräfte im Universum. Du kannst auch Uranos und Gaia nehmen, oder Adam und Eva, um nur einige zu nennen. Das Universum teilt alles in Gegensatzpaare. Hell und Dunkel, Schwarz und Weiß, Mann und Frau,… Und auch Du bist mal Yin und mal Yang.
Zum einfacheren Verstehen kannst Du es so sehen: Eine Yin-Aktivität erfolgt aus einer Notwendigkeit heraus, eine Yang-Aktivität geschieht aus einer Absicht. Doch je genauer wir hinschauen, desto unklarer wird dabei Yin und Yang.
Stelle Dir Yin als Eizelle vor und Yang als Samen. Du erinnerst Dich bestimmt noch an den Biologieunterricht und kennst die Größenverhältnisse. Das riesige Ei und der verhältnismäßig kleine Samen. So kannst Du Dich selber justieren in Deinen Anteilen YIN und YANG.
Ordne Dein Tun
Das I-Ging, das Weisheitsbuch der Chinesen, geht in 64 Hexagrammen und darin enthaltenen 6 Wandlungsphasen von einer Unmenge von Möglichkeiten aus (384 um genau zu sein). Erst wenn Du eine ungefähre (besser natürlich genaue) Idee hast, welche Wandlung Du gerade in einer Situation erlebst, kannst Du eine Aktivität in Betracht ziehen. Ich stelle mir dazu die Blume des Lebens vor, und ich genieße den Aufenthalt darin. Alles was ist, ist erstmal gut, so wie es ist. Dazu nachher noch einer meiner Lieblingsgeschichten.
Welche Impulse kommen?
Aus dem Wohlgefühl – und nur aus Diesem – können Impulse kommen.
Fühlst Du Dich irgendwie nicht wohl, dann handle auch nicht. Erst wenn ein Impuls in Licht, Liebe und Freude entsteht, dann handle.
Empfindest Du in einer Situation etwas scheinbar Negatives, dann danke Gott oder dem Universum für diese Erfahrung. Es ist manchmal sehr schwer diesem Prinzip zu folgen. Doch weißt Du immer, wofür etwas gut ist?
Ich hatte auf einer Arbeitsstelle eine Situation, die man mit dem Begriff „Mobbing“ sehr gut darstellen kann. Es ging von einer Person aus und die hatte Verbündete in der Geschäftsleitung. Kein angenehmer Ritt. Es war schwierig für mich. Doch von heute aus gesehen, konnte mir gar nichts besseres passieren. Und ja, ich bin heute dieser Person sehr dankbar.
Jeder Mensch hat die Gabe und Fähigkeit mit dem Göttlichen in Kontakt zu kommen. Du kannst den Namen gern austauschen, denn der Name spielt keine besondere Rolle. Strebe es ruhig und gelassen an.
Wie geht das? Richte Deinen Fokus auf die Zeichen aus der nicht realen Welt. Auf Zeichen, Wolkenformationen, Gefühle,… Erkunde die Welt in der Welt.
Praktiziere viel Pranayama, Ruhe in Deiner Mitte und sei viel in der Natur! Und sei immer wieder in herzlicher Dankbarkeit für die Schöpfung, um mit dem Göttlichen in Kontakt zu treten.
Anmerkung zu dieser Übung: Genau genommen können wir in der realen Welt gar nicht sicher sein, ob sie existiert. Und wer sagt uns das: Renommierte Physiker!
Sind wir ungeübt, können wir die Veränderungen im Rad des Lebens nicht sehen. Mit der Zeit und der Übung verändern sich unsere neuronalen Strukturen. Ein wenig hatte also Pippi Langstrumpf schon recht: „Wir schaffen uns die Welt, widewide wie sie uns gefällt.“ Psychologen haben, by the way, herausgefunden, dass unsere Kindheitsideale oft wichtige Schlüssel für unsere Entwicklung darstellen können.
Wenn Du es schaffst Deine innere Ausrichtung neu zu justieren, dann ist alles schon perfekt. Doch häufig sind wir unsicher, weil wir uns hier nicht auskennen. Dann kann es dem Einen oder Anderen passieren, dass wir wieder nach jemanden Ausschau halten, der uns sagt, wie es hier ist. Beim Suchen nach einem Meister solltest Du Dir aber wirklich viel Zeit lassen. Denn eine falsche Lehre, die nicht zu Deiner Dualität passt, schafft nur wieder neue Zwangsräume.
Eine schöne Geschichte
Der alte Mann und das Pferd
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Der Son der alte Mann und die Geschichte…
Die chinesischen Schriftzeichen und die deutsche Übersetzung findest Du hier.
Übungen
Was ist förderlich für Dich
Du kannst Dich sehr gut vorbereiten. Stärke Dich und Deinen Energiekörper so häufig, wie Du kannst! Und vergesse Eines nicht: Einfach leben!
Sei mit Dir in einfachen Tätigkeiten!
Übe Pranayama (Atemübungen), sie wirken Wunder!
Begebe Dich in die Natur und genieße Gottes Wunderwerk!
Treibe regelmäßig Sport, vor allem ausdauernden (laufen ohne schnaufen) oder auch Yoga, Tai Chi, Chi Gong oder Kampfsport (mit dem Fokus auf Körperarbeit)
Setze Dich und werde leer!
Nimm Dir Zeit Dich zu spüren. Nimm Dir Zeit andere zu spüren (ohne Bewertungen)!
Reinige Deinen Energiekörper durch Yoga und Meditation!
Bleib bei Dir
Wir können uns nicht ganz aus der Welt lösen. Es gibt also immer eine Beeinflussbarkeit. Auch wenn wir denken, dem wäre nicht so. Unser Organismus muss beeinflussbar sein. Doch leider sind nicht alle Einflüsse förderlich. Das nenne ich die Krux der Beeinflussbarkeit. Zudem sind große Teile Deiner Programme im Gehirn auch keine Eigenentwicklungen. Es sind Anpassungen an Lehr-Lernerfahrungen.
Dein „Ich“ und das, was da im Gehirn immer so vor sich hinplaudert, ist Dein EGO. Die Indentifizierung mit der Stimme in Deinem Kopf und die Gleichsetzung mit dem „das bin ich“ ist aber ein fataler Irrtum. Wenn wir etwas als „ich“ bezeichnen, dann ist es unser Bewusstsein. Also unser bewusst sein über uns als menschliches Wesen.
Dein Kopf ist der größte Verhinderer in Deinem Leben. In zweierlei Hinsicht: Er behindert durch sein Tun das entspannte Sein (ich muss, ich soll, ich will,…), und er kommt seiner eigentlichen Aufgabe und Funktion nicht nach (Neurowissenschaftler bestätigen dies): Lernen, adaptieren und anpassen!
Was hilft Dir, mehr bei Dir zu sein als den Programmen im Kopf zu folgen? Hier eine Übung, die ich gern mache und die sehr leicht ist:
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Der Sohn der alte Mann und die Geschichte…
Es ist immer wieder wohltuend, sich auf seine eigenen Energiezentren zu fokussieren. Eine für mich alltägliche Übung.
Deine Ziele, Dein Weg
Bist Du ziellos, dann nimmst Du fremde Ideen viel leichter auf. Hast Du eigene Ziele, erkennst Du viel leichter, wenn andere ihr Anliegen darlegen. Und Du kannst unterscheiden, was ist Deins und was nicht.
Erst wenn ein Ziel mit dem Gefühl von Licht, Liebe und Freude verbunden ist, dann ist es förderlich für Dich!
Nun geh Deinen Zielen nach. Setze Dir kleine Teilziele. Schritt für Schritt arbeite Dich voran. Und das ist es auch: Erarbeite es. Nicht mehr. Kämpfe nicht, demonstriere nicht, erarbeite es einfach. Setze Deine Ziele in Deinem Tun um.
Fühlst Du Dich irgendwie nicht wohl, dann handle auch nicht.
Du kannst aber nichts für etwas Abstraktes tun. Du kannst nur für etwas Konkretes schaffen. Für einen Menschen, eine Sache. Also, was konkret ist Dein Anliegen und dann mache es!
Willst Du demonstrieren, bist Du wütend, treiben Dich andere Emotionen oder willst Du „auf die Straße gehen“? In der Regel ziehst Du unglaublich viel Aufmerksamkeit auf Dich. Protest ruft aber auch immer die Aktivierung der Gegenposition auf. Das ist ein Naturgesetz. Es entspricht nicht dem Weg der Mitte, des Ausgleiches. Wir haben in der westlichen Welt die Idee von Standpunkten. Aber das ist nur eine Sichtweise. Dies hat Manitonquat sehr gut in seinem Heft „Der Weg des Kreises“ beschrieben.
Mir hat zum Verstehen der tiefen Zusammenhänge das I-Ging geholfen. Damit ich die Energie hinter den Dingen verstehen kann. Es gibt auch andere Modelle, die Dir helfen können: „Das senkrechte Weltbild“ von Nicolaus Klein und Rüdiger Dahlke ist dafür ein Beispiel. Sind Dir diese Gedanken noch nicht bekannt, dann lohnt es sich auf jeden Fall Dich damit näher zu beschäftigen.
Die wichtigste Qualität in Dir
In allen Religionen und auch im Miteinander ist das Wirken aus dem Gefühl von Liebe elementar. Nichts kann dies ersetzen. Ein Weg zur Entwicklung Deiner Selbst ist deshalb die Fokussierung auf Deine Herzqualitität. Dich und die Welt durch das Herz zu spüren ist ein ganz großer Schlüssel. Zu Menschen, zu Tieren, zur Natur, zu Allem im Universum. Erfreue Dich der Schöpfung. Und: Akzeptiere Sie, wie sie ist. Nimm alles und jeden so wie ein kleines Kind in Deinem Herzen auf, mit oder ohne Fehler. Und sei Dir Eines bewusst: Bleibe Mensch mit zwei Beinen auf dem Boden, bleibe verwurzelt!
Werde Dir über Deine Gefühle klar
Wir haben immer Gefühle. Du kannst mehr über Dich erfahren, wenn Du mit Deinen Gefühlen bist. Die Gedanken dazu helfen Dir meistens überhaupt nicht. Dabei ist es nicht gut die Gefühle zu ordnen in Gute und Schlechte, Positive und Negative, Helle und Dunkle,… Jedes Gefühl darf sein. Denn Du darfst so sein! Erst in der Akzeptanz oder Annahme kann sich ein Gefühl transformieren und Du Dich entwickeln.
Spüre Deine Gefühle! Lass Dir Zeit! Sei einfach so, wie Du Dich fühlst. Hilf anderen, mehr von Dir zu erfahren, in dem Du entspannt und ruhig Deine Gefühle mitteilst.
Grundsätzlich ist jedes Gefühl, so wie es ist, gut.
Für eine Lösung bei negativen Emotionen empfehle ich den Weg des Erfinders der gewaltfreien Kommunikation Marshall Rosenberg.
Eine optische Darstellung erleichtert die Orientierung:
Eine zentrale Frage, die Marshall Rosenberg seinen Gesprächspartnern stellt ist: „What are your needs“ = Was sind Deine Bedürfnisse oder besser „was brauchst Du?“
Wer beeinflusst Dich wie?
Und dann kannst Du leichter erkennen, wenn Dich jemand oder irgend was beeinflusst: Und ist es für Dich förderlich, Dich besser und wohler zu fühlen?
Niemand hat das Recht uns negativ zu beeinflussen. Die indigenen Völker Südamerikas nennen das schlicht schwarze Magie. Es sagt viel über den Sender aus. Meide negatives Denken deshalb dringend. Hast Du negative Energie in Dir, dann atme und mache die Basics-Übungen (siehe oben)
Was tut Dir gut?
Eine zentrale weitere Frage, die Marshall Rosenberg seinen Gesprächspartnern (vor allen Kindern) stellt, ist: „What are you wondering about?“ = Worüber wunderst Du Dich? Was hinterfragst Du?
Die Grundhaltung des „Wunderns über die Welt“ gibt es auch im Traumyoga. Dort findest Du viele Übungen zur Fragmentierung Deiner Denkstränge.
Die meisten Deiner Gewohnheitsdenkphrasen sind ja nur Wiederholungen aus einer Zeit, wo sie vielleicht mal Sinn ergeben haben.
Übung nach Meister Eckhard
Jeder Mensch – wie Gott ihn geschaffen hat – muss (aus welchen Gründen auch immer) so richtig sein. So wie auch Du richtig bist. Ich muss den Anderen nicht verstehen. Das ist in Ordnung. Deshalb hier gleich meine nächste Übung, die ich auf Meister Eckhards Übung aufgebaut habe:
Lasse die Anderen anders sein!
Lasse Dein Denken denken sein!
Lasse Dein Smartphone sein!
Lasse Dich Dich sein!
Lasse Gott Gott sein!
Du kannst die Übung noch steigern: Nehme das Gute bei Anderen an. Ich weiß, die Aufgabe scheint sehr schwer. Doch Du kannst enorm wachsen. Lass Dich nicht beeinflussen durch negatives Denken. Wachse aus dem Kleinklein heraus!
Willst Du Dein Herz wachsen lassen, dann variiere wie folgt: Gehe in Deine Yin-Qualität: Unterstütze, helfe, halte und begleite. Und lasse Dich immer mehr in Deine Herz-Qualität fallen. Dort geschieht die Heilung. In Dir und mit Dir. Und aus dieser Kraft kann Heilung auch außen geschehen. Du musst dann aber gar nichts mehr dafür tun, also keine Yang – Aktivität.
Alles ist im Wandel: Bleib bei Dir!
Akzeptiere und versuche nicht so viel im Außen zu ändern. Gehe in Dich und meditiere. Das wirkt nach außen. Dein Universum ist Dein Universum. Es ist immer noch das Beste, wie ein staunendes Kind darauf zu schauen. Irgendwann hast Du aber gelernt zu reagieren. Und diese Reaktionen sind nun wie eingebrannt. Du kannst sie nur innen löschen.
Shivashakti heisst der Ausgleich im Yoga
In der yogischen Mythologie und Philosophie geht es auch um die innere Balance. Um den Ausgleich zwischen männlicher und weiblicher Energie. Durch die Balance in uns und mit den anderen erleben wir Frieden und Gelassenheit.
Im Flow sein
Ein Glücksforscher hat uns die Idee mit dem Flow gebracht. Es war Mihály Csíkszentmihályi. Er sprach von einem Gefühl im Fluss mit Allem zu sein, und dass man dies nicht außen erreichen kann. Es geht nur innen. Und merke Dir: Du kannst nicht das Universum ändern, Du kannst Dich ändern.
Akzeptiere den stetigen Wandel in der Zeit. Wir sind alle Kinder von Mutter Erde und Vater Himmel. Mehr nicht! Und schaue nach der alten Regel: „Was du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Oder im Prinzip des Wu Wei. Lasse die Dinge fließen. Oder noch besser: Halte Dich nicht am Ufer fest, wirf Dich selber in den Fluss des Lebens. Feier jeden Tag, schaue was Du brauchst und bleib einfach bei Dir?
Das Wu Wei Deiner Lebensreise
Das Wu Wei Deiner Lebensreise ist das reine SEIN.
Das Rad des Lebens
Vielleicht geht es Dir so, wie den meisten Menschen: Du steckst in einer täglichen Routine. Tagein tagaus gehst Du Dingen nach ohne Ruhe und Zeit für Dich. Die Pflichten Deines Alltags lassen Dir keinen Raum. Du steckst in einer Realität des Tuns und hast keine Zeit zur eigenen Reflexion.
Die tausend Dinge
Dann hast Du auch noch so viele Dinge. Eine Wohnung oder ein Haus, ein Auto, ein Computer, ein….. Die Liste der Dinge, die wir haben ist meistens sehr, sehr lang. Um all diese Dinge müssen wir uns kümmern. Wir müssen arbeiten, damit wir sie uns kaufen können. Wir müssen Zeit aufbringen, damit wir sie pflegen können und zu guter Letzt müssen wir sie auch wieder entsorgen.
Gefangen im Leben
So bleibt Dir keine Zeit für Dich, für das Wichtigste in Deinem Leben. Und wir lernen das früh. Schon unsere Eltern und Lehrer zeigen uns dies. Sei für die Dinge da, für die Arbeit und für andere. So stecken wir fest und können uns nicht befreien.
Sei frei!
Lebe einfach!
Spüre Dich!
Sei inspiriert!
So wie wir ist auch die Gesellschaft
Viele gesellschaftliche Probleme resultieren aus unserem gehetzten Tun. Wir übernehmen keine Verantwortung und sagen, wir können die Welt nicht ändern. Dann kaufen wir, konsumieren und werfen Dinge weg. Wir leben nicht im Kreislauf der Natur. Wir sind nicht Teil dieser wunderbaren Natur.
Schenke Dir Freiheit
Beginne Dir Zeit für Dich zu nehmen. Beobachte die Welt und spüre Dich wieder. Das geht nicht im gehetzten Tun. Du brauchst Zeit und Raum für Deine Entwicklung. Nimm sie Dir wieder zurück. Löse Dich von Allem, was nicht essentiell wichtig für Dich ist. Und tue das, was Du schon immer tun wolltest. Mach eine Reise, lerne eine Sprache, spiele wieder Musik, …
Der Prozess des zu Dir Kommens
All das muss und kann nicht von jetzt auf gleich kommen. Auch das wäre möglich, es ist aber meistens nicht sinnvoll. Lass es einen Prozess sein. Sortiere jeden Tag für Dich, was heute wichtig ist. Und nimm Dir, vor dem zu Bett gehen Zeit herauszufinden, was heute gut für Dich war. Und sei Dir sicher, wenn es Dir gut geht, wirst Du dies aussenden.
Sei individuell
Deine Lebensreise ist Deine Lebensreise. Du bist ein Individuum. Entwickle Deinen Weg zu Dir zu kommen. Dabei hilft es, mit anderen zu gehen und sich auszutauschen. Respektiere das Anderssein des Anderen und erlaube Dir selber, Du zu sein. So gesehen bist Du auf dem besten Weg das grundlegende Prinzip des Wu Wei anzuwenden:
„Enthaltung eines gegen die Natur gerichteten Handelns.“
Die Natur ist erstmal Deine Natur. Lerne Sie wieder kennen und nimm Dir Zeit dafür. Setze Dich doch einfach mal auf eine Parkbank und genieße Dich. Spüre, wo Du auf Deiner Lebensreise bist. Und unterscheide, welche Dinge für Dich gut sind und welche Dinge gehen dürfen.
Die Gesellschaft und wir
Physiologie der Gesellschaft
Damit wir so „funktionieren“, wie es in einer nicht physiologischen Gesellschaft notwendig ist, bedarf es Verstrickungen. Das sollten wir grundsätzlich anerkennen. Um dies zu verstehen, ist es notwenig zu erkennen, was eine physiologische naturnahe Lebensform ist. Das ist mittlerweile gut erforscht und wir können einen Blick darauf werfen.
Natürliche Gruppendynamik
In einer natürlichen Umgebung waren die Ureinwohner in Gruppen organisiert. Die Idealgröße einer Gruppe schwankte von 50 bis 150. Wurde die Gruppe größer, so teilte sie sich. Oder zwei kleine Gruppen kamen zusammen um eine größere Gruppe zu bilden. Dies war ein dynamischer Prozess.
Organisationsform
Die Form ihrer Organisation kann man mit zwei Begriffen kennzeichnen: „Existenzialismus“ und „Freiheit“. Oder in anderen Worten, es gab keine Organisation. Die Gemeinschaft als Ganzes bestimmte. Manitonquat beschreibt dies in seinem Büchlein „Der Weg des Kreises“. Dabei entwickelten sich deutlich divergierende Gruppendynamiken mit durchaus auch für uns nicht vorstellbaren moralischen und ethischen Regeln.
Der Jäger und die Sammlerin
Es gibt Hinweise auf eine eher matriarchalische Grundstruktur. Und die Mär von dem Mann als Jäger und der Frau als Sammlerin ist auch überkommen. Es galt die Chancen des Überlebens durch das Nutzen der besten Fähigkeiten und Fertigkeiten zu nutzen. Durch die mobile Lebensform gab es keinen Besitz, der Mensch war eingebettet in der Natur und empfand sich als Teil davon.
Komplexere Gesellschaften
Bei komplexeren Gesellschaften muss es etwas Neues geben. Hier kennt nicht mehr jeder jeden. Diese neue gesellschaftliche Struktur oder eben der Kleber, der alles zusammen hält, ist für Interessen einzelner oder Gruppen anfällig. Und das nutzten und nutzen Mächte für sich aus. Die Manipulation ist sehr unterschiedlich. Von einfacher Gewalt bis zu hochkomplexen Mechanismen.
Konstruktive Manipulation
Die Mechanismen müssen so ausgewogen sein, dass die Manipulation konstruktiv ist. Im Gegensatz zur allgemeinen Lehre gibt es keinen Manipulierer und keine Manipulierten im engeren Sinne. Es ist quasi Systemimmanent. Es gebiert sich aus sich selbst heraus. So ergibt sich auch das Problem der Opposition, Systemkritikern oder Leugnern. Dazu gibt es wirklich spannende Forschungen, wie sich Gruppen verhalten.
Die Automatik der Manipulation ist die Verstrickung
Im Grunde genommen ist das ganz einfach. Person A möchte gern viel 123. Was kann er tun, damit andere Personen ihm 123 geben? Er muss manipulieren. Damit dies nicht andauernd notwendig ist, bedarf es einer Automatik. Das ist eine Verstrickung. Ein sehr typisches Beispiel ist die Verknappung. Aus der natürlichen Fülle und Leere entstehen arm und reich.
Anerkennung und Lösung von Verstrickungen
Im Wu Wei erkennen wir die Welt (an), wie sie ist. Wir wenden uns dem Wesenkern des Daoismus zu. Wir betrachten die Welt und lesen die Zeichen. Uns bleibt einfaches Tun und einfaches Handeln. Mehr nicht. Doch was tun, wenn wir noch Verstrickungen fühlen?
Wir haben Wünsche
Wir haben Ängste
Wir haben Nöte
…
So, wie wir die Welt anerkennen, können wir auch unsere „Verstrickungen“ anerkennen und sie annehmen. Es ist nicht zielführend und davon weg zu wünschen. Denn sie sind ja real vorhanden. Ich kann sie nur annehmen und sie dadurch lösen.
Herze Dein Gefühl und nimm es in den Arm. Versorge und betreue es. Du darfst es haben! Und erlaube diesem Gefühl zu gehen, wenn es bereit ist.
Das Weisheitsbuch der Chinesen. Ich nutze noch ein Buch aus der gelben Reihe. Dieses bietet aber eine Einführung. Die Rezension zum Buch: „Das I-Ging kennen einige Menschen als Hintergrund der chinesischen Medizin oder als Orakelbuch.
Wenigen Menschen ist bekannt, dass es die Grundlagen des menschlichen Handelns in allen Lebensbereichen aufzeigt. Erziehung, Unternehmensführung, Regierung, Beeinflussung von Menschen, Erfolg im Leben oder die Befreiung von inneren und äußeren Schwierigkeiten, all dieses wird im I Ging mit detaillierten Anleitungen beschrieben.“
Geschichte der chinesischen Philosophie
Dieses Buch gibt einen guten Einblick in die Unterschiede der chinesischen Philosophie: Was ist Konfuzianismus, was Daoismus und woher kommt der Buddhismus. Die Rezension: „Wolfgang Bauer bietet einen Überblick über die chinesische Philosophie von ihren Anfängen im 6. Jahrhundert v.Chr. bis zum 20. Jahrhundert. Er entschlüsselt philosophische Begriffe von der Bildhaftigkeit alter Zeichen aus und geht dem engen Zusammenhang zwischen der chinesischen Philosophie und den politischen und sozialen Verhältnissen nach. So entsteht ein eindrucksvolles Gesamtbild der Lehren des Konfuzianismus, Daoismus und der buddhistischen Philosophenschulen.“
Das wahre Buch vom südlichen Blütenland
Hier kannst Du mehr in die Poesie der Texte eintauchen. Schön, aber schwer auf unsere philosophische Ebene zu transferieren. Aber vielleicht ist das ja gerade der Reiz. Die Rezension: „Dschuang Dsis „Wahres Buch vom südlichen Blütenland“ ist neben den Schriften Laotses das größte Meisterwerk des Taoismus. Der chinesische Gelehrte lebte im 4. vorchristlichen Jahrhundert und schuf ein Werk von ungeheurer Schönheit und Weitsicht. Dabei verband er dichterische Leichtigkeit mit philosophischer Genauigkeit. In seinen Gleichnissen und Dialogen widmet er sich den Grundlagen des Lebens und der menschlichen Erkenntnis: Durch ein Erleben, das außerhalb des Denkens liegt, gelangt der Mensch zu einer „souveränen Freiheit, die jenseits der Welt im Einem wurzelt.“
Der Lauf des Wassers
Wohl das beste Buch über den realen Daoismus im hier und jetzt. Meine Empfehlung für Dich! Ein Auszug über die Rezension: „Der große Religionsphilosoph Alan Watts ist einer der bahnbrechenden spirituellen Lehrer für die östliche Weisheit gewesen. Erst durch ihn gewannen die Kernbegriffe der chinesischen Klassiker an Deutlichkeit und Relevanz für das Leben der Menschen im Westen. Auf seine unkonventionelle und zugleich tiefgründige Art zeigt er in diesem Standardwerk, wie wichtig die alte chinesische Weisheitslehre als Gegengewicht zu unserer einseitigen modernen Welt ist – heute mehr denn je.“
Flow von Mihaly Csikszentmihalyi
Ich habe es mal mit 22 gelesen und war sehr beeindruckt. Ein Klassiker. The New York Times: »Csikszentmihalyi beweist, was Philosophen schon seit Jahrhunderten sagen: Der Weg zum Glücklichsein liegt nicht in hohler Vergnügungssucht, sondern in sinnvoller Herausforderung.«
Die Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens von Mahesh Yogi
Es war meine erste Meditation, die ich von einem Lehrer lernte. Es war großartig und ich denke immer noch gern daran zurück. Das Standardwerk der TM ist wirklich eine gute Empfehlung. Die Rezension: „Maharishi Mahesh Yogi hat die Welt verändert. Wie kein anderer spiritueller Lehrer dieses Jahrhunderts hat er die geistige Entwicklung der Menschheit bereichert. In seinem Werk führt er Sie auf eine Reise durch die Etappen der Bewusstseinsentwicklung.
Detailliert beschreibt Maharishi, wie sich das absolute Sein in den verschiedenen Phasen des Lebens ausdrückt. Alle Bereiche menschlicher Existenz werden beleuchtet. Maharishi betont, dass es jedem Menschen möglich ist, sich mit dem Sein auf natürliche und einfache Weise in Einklang zu bringen. Denn die Erfahrung des reinen Seins ist das, was dem Menschen täglich aufs Neue Erfüllung bringt. Gleichzeitig stellt er die einfache Technik der Transzendentalen Meditation vor – die weltweit populärste Methode zur vollen Entfaltung des menschlichen Potentials – mit deren Hilfe dieses Wissen von jedem direkt umgesetzt werden kann.“
Anhang
Der Text der Dao-Mediation
Einheit und Dualität entstehen
Die Welt, die „zehntausend Dinge“, entstehen aus dem Nichts. Dieses Nichts ist Dao. Wache auf und betrachte die Welt, wie sie ist. Sei nicht Bestandteil dieser. Sitze da und ruhe. Betrachte die Dualitäten. Das Hell und das Dunkel, die Nacht und den Tag, das Kommen und Gehen, …
Das Hier und das Dort
Und gleichfalls gibt es eine Welt, in der wir leben und eine dahinter. Hinter der Schranke liegt Dein Land Deiner Begierde. Es ist unerreichbar und doch bist Du immer dort. Wenn Du es nicht Deine Heimat nennst, bist Du verloren in der Welt.
Deinen Anker setzen
Gehe zu Deinem Kern. Nutze die Gunst der Stunde. Sei Dir bewusst. Denke nicht! Spüre in Deinen Tiefen nach dem Kern Deines Seins. Erlaube Dir Deine Unvollkommenheit in dieser Welt. Werde Kind und Kaiser zugleich. Trete einen Schritt zurück und spüre Dich im Wandel der Zeit. Setze Deinen Anker in der Unermesslichkeit des Seins.
Deine Seele ist unermesslich
Es gibt etwas, was Du nicht beschreiben kannst. Du kannst es nur, meist vage, spüren. Deine Seele. Die Idee Deiner selbst. Die Idee Deiner selbst ist nicht den weltlichen Dingen untergeordnet. Sie ist. Sie ist jetzt und immerdar. Nutze den Hauch des Wissens und sei Dir bewusst. Sei Dir Deiner Seele bewusst.
Wechsel die Seiten
Wenn Du Dir Deiner bewusst bist, dann brauchst Du nicht mehr in der Welt agieren. Sei in ihr aktiv, doch nur noch wie in einem Spiel. Dein wahres Leben ist Dein Wesenskern. Eine Seele, die durch die Welten reist. Nichts, was Dich aufhalten könnte auf der Reise durch Raum und Zeit.
Die Idee Deiner Selbst
Eine Idee kannst Du nicht fassen. Du kannst sie nicht materialisieren. Sie ist einfach da. So wie Du. Du bist. Doch Du bist eingetreten in diese Welt. Das bedeutet aber nicht, dass Deine Idee verloren gegangen ist. Diese wunderbare Idee Deiner Selbst. Genieße einfach Deine Reise.
Leere und Fülle
Es kann sich so und so anfühlen. Doch auch das ist noch Anzeichen Deines weltlichen Empfindens. Bist Du ein Sandkorn im unendlichen Weltall oder der Kern, um den sich die Welt dreht? All das ist noch Welt. Trete einen Moment zurück. Schaue hinter die Fassade Deines alltäglichen Seins.
Der leere Moment
Bist Du angekommen hinter der Fassade Deiner jetzigen Realität, dann mag es sich erstmal eigentümlich anfühlen. Sei darüber nicht verwundert. Lasse dann einfach los und werde wie ein Kind. Erlebe und bestaune Dein Sein im Hier und Jetzt. Spiele, probiere, teste und löse Dich von allem, was nicht mehr zu Dir gehören will.
Unterscheide
Zwischen Dir und Deinem Seelenkern und den weltlichen Dingen lerne zu unterscheiden. Welche Muster und Strukturen sind nur erworben, um Dich auf die Reise in dieser Welt auszurichten? Lasse sie los. Lasse Dich fallen. Sei einfach nur noch Du. Lasse die Welt Welt sein. Erlaube Dir Dich zu spüren und einfach nur zu sein.
Der alte Mann und das Pferd
Chinesische Schriftzeichen
Deutsche Übersetzung
夫禍富之 (auch 夫禍福之) 轉而相生,
Glück und Unglück erzeugen sich gegenseitig
其變難見也。
und es ist schwierig ihren Wechsel vorauszusehen.
近塞上之人有善術者,
Ein rechtschaffener Mann lebte nahe der Grenze.
馬無故亡而入胡。
Ohne Grund entlief ihm (eines Tages) sein Pferd auf das Gebiet der Barbaren.
人皆吊之。(auch 人皆弔之。)
Alle (Leute) bedauerten ihn.
其父曰:
Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„此何遽不為福乎?“
„Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“
居數月,
Mehrere Monate später
其馬將胡駿馬而歸。
kam sein Pferd zurück mit einer Gruppe (guter, edler) Barbarenpferde.
人皆賀之。
Alle (Leute) beglückwünschten ihn.
其父曰:
Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„此何遽不能為禍乎?“
„Wer weiß, ob das nicht Unglück bringt?“
家富良馬,
Ein reiches Haus hat gute Pferde
其子好騎,
und der Sohn stieg mit Freuden auf (liebte das Reiten).
墮而折其髀。
Dabei fiel er und brach sich ein Bein.
人皆吊之。
Alle (Leute) bedauerten ihn.
其父曰:
Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„此何遽不為福乎?“
„Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“
居一年,
Ein Jahr später
胡人大入塞,
fielen die Barbaren über die Grenze ein.
丁壯者引弦而戰,
Die erwachsenen Männer bespannten ihre Bögen und zogen in den Kampf.
近塞之人,死者十九,
Neun von zehn Grenzbewohnern wurden dabei getötet,
此獨以跛之故,
mit Ausnahme des Sohnes wegen seines gebrochenen Beins.
父子相保。
Vater und Sohn waren geschützt (überlebten beide).
Kompresssionsstrümpfe sind medizinische Strümpfe. Sie üben Druck aus und komprimieren das Gewebe und die Blutgefäße.
Der Flüssigkeitseinstrom in die kleinsten Blutgefäße wird reduziert.
Der Ein- und Ausstrom im Gewebe wird günstig beeinflusst.
Die venösen Blutgefäße werden auf einen kleineren Durchmesser komprimiert.
Dadurch schliessen die Venenklappen (Rückflussverhinderer) besser. Die Fließgeschwindigkeit des Blutes wird höher. Der Rückstrom des Blutes zum Herzen wird erleichtert. Venen und Lymphgefäße werden entlastet. Das Gewebe kann in der Folge nicht mehr so leicht anschwellen.
Hinweis zu meinen Artikeln:
Meine Artikel für Dich sind keine schnellen und oberflächlichen Nachrichten. Statt eines kurzen Tweets oder eines kurzen Statusupdate erhälst Du bei mir einen ganzen Artikel mit viel Detailinformationen. Zudem gibt es bei gesundheitlichen Problemen selten eine einfache und schnelle Lösung. Der menschliche Organismus ist hochkomplex und da ist schon die Reduktion in einzelne Artikel schwierig. Wie auch in meinen Artikeln so ist auch meine Therapie. Ich nehme mir Zeit für die Befundung, die Therapie, die Übungen, die Alltags- und Gebrauchsbewegungen und selbstverständlich auch die methodische und didaktische Vermittlung. Meine PatientInnen schätzen genau das: Sehr genau und ganz exakt, dabei sanft und immer herzlich, ganz nach meinem Motto in der Therapie: „Fühle Dein Wesen in Bewegung und erlebe Dein Sein in der Therapie“.
Inhaltsverzeichnis
Kompressionsstrümpfe vs. andere Strümpfe
Der Kompressionsstrumpf unterscheiden sich von dem Stützstrumpf und dem Antithrombosestrumpf:
Stützstrümpfe stützen Gewebe zum Beispiel nach starker Gewichtsabnahme.
Antithombosestrümpfe sollten eine Thrombose verhindern.
Die Kompressionsklassen
Bei einem medizinischen Strumpf nimmt der Druck von peripher nach zentral ab. Es gibt vier Kompressionsklassen:
Info-box I
Kompressions-klassen
Klasse
Intensität
Druck in mmHG
Kompression in KPa
I
leicht
18-21
2,4-2,8
II
mittel
22-33
3,1-4,3
III
kräftig
34-46
4,5-6,1
IV
sehr kräftig
>49
>6,1
Kompressionsklassen und Kompressionstärke der Kompressionsstrümpfe
Bei einer beginnenden Venenschwäche nimmt man die leichten Antithrombosestrümpfe. Für oberflächliche Krampfadern empfiehlt sich die Klasse II. Bei Schäden an den tiefen Venen und/oder des Verbindungssystems (tief zu oberflächlich) ist auf jeden Fall ein kräftiger Strumpf nötig. Für Beinschwellungen (Ödeme) ist die Klasse IV sinnvoll.
Aus Gründen der Haltbarkeit werden synthetische Fasern verwendet. Es gibt zwei Nähverfahren: Das Rundstrickverfahren ist nahtlos mit einem sehr gleichmäßigem Druck und das Flachstrickverfahren mit einer Naht hat eine große Anpassbarkeit.
Genaue Indikation mit Kompressionsklassen und empfohlenem Strickverfahren
KKL
Festigkeit
Strickart
Lymphödem
II-IV
hoch
Rund- oder Flachstrick, abh. von Stadium und Beinform
Lipödem
II
hoch
Rund- oder Flachstrick
Ödeme in der Schwangerschaft
I-II
gering
Rundstrick
(kompensierte) pAVK & CVI
I-II
hoch
Rund- oder Flachstrick
postthrombotisches Syndrom
II-III
hoch
Rund- oder Flachstrick, abh. von Schweregrad und Beinform
Thrombophlebitis, Thrombose
II
mittel/hoch
Rundstrick
Ulcus crusis
II-III
hoch
Ulkus-KS, Rund- oder Flachstrick, abh. von Beinform
nach Varizen-OP
II
mittel
Rundstrick
Varikose ohne Komplikationen
II
gering/mittel
Rundstrick
Kompressionsklassen und empfohlenem Strickverfahren für verschiedene Ursachen
Die Ausführungen der Kompressionsstrümpfe
Wadenstrümpfe (AD)
Halbschenkelstrümpfe (AF)*
Schenkelstrümpfe (AG)*
Strumpfhose für beide Geschlechter (AT)
Sonderformen
Caprihose
Radlerhose
Leggings
*mit silikonbesetzten Halteband (Haftrand), früher oder alternativ mit Strumpfhalter
Eine genauere Vorhersage des Drucks unter Berücksichtigung der Verformun2}.
Flüssigkeiten im Gewebe
Grundsätzlich wird die Flüssigkeit in den Zellen von der Flüssigkeit außerhalb der Zellen unterschieden.
Das altgriechisch Wort πλάσμα plásma = Plasma bedeutet Geschöpf. Es ist der flüssige Teil des Blutes. Dieses erhölt man durch Zentrifugation. Der Anteil des Blutplasma am Blutvolumen beträgt 50–59 % bei Männern und 54–73 % bei Frauen. Durch das Entfernen der Gerinnungsfaktoren erhält man aus dem Blutplasma das Blutserum.
Bemerkenswert ist das Wort Geschöpf. Aus Sicht der Faszienlehre ist das Zwischenzellgewebe sprichwörtlich verantwortlich für den „Bauplan“ des Organismus. Dort befindliche Strukturen sind für Bau und Ausrichtung maßgebend.
Im Kapillarbett wird aus dem einströmende Blut Flüssigkeit in das Gewebe abgegeben und aus dem Gewebe wieder aufgenommen. Ein Teil der Gewebeflüssigkeit wird durch die Lymphgefäße drainiert.
Das lateinische Wort lympha, lymphae = Lymphe bedeutet klares Wasser oder Milchsaft. Es ist die hellgelbe Flüssigkeit in den Lymphgefäßen und Lymphknoten. Die Leitungsbahnen im Lymphsystem sind die Lymphgefäße. Es ist ein wichtiges Transportsystem im Organismus. Es transportiert Nähr- und Abfallstoffen und es entsorgt in den Lymphknoten auch Krankheitserreger wie Bakterien und Fremdkörper.
Das griechische Wort οἴδημα oídēma = Ödem heißt Schwellung. Liegt eine Schwellung vor, so wird Wasser und später auch vermehrt Eiweiße eingelagert.
Das Vorgehen bei vorhandener Wassereinlagerung im Gewebe ist das Folgende:
Erst Therapie, dann Kompressionsstrumpf
Lymphdrainage + Kompressionstherapie
Eine Lymphschwellung ist eine medizinische Diagnose. Die Diagnose erfolgt durch das medizinische Fachpersonal. Diese verordnet die Therapie. Die manuelle Lymphdrainage ist primär eine spezielle Technik zur Gewebeentstauung. Der Begriff Entstauung vermittelt deutlich besser die Problematik als Entwässerung.
Entstauung statt Kompression
Lymphtherapie ist mehr als nur Entstauungs- oder Kompressionstherapie. Deshalb ist eine alleinige Kompressionstherapie als auch die intermettierende pneumatische Kompression nicht zielführen. Letztere bietet maximal für eine gewisse Zeit ein Ersatz für die manuelle Lymphdrainagetherapie zu sein3.
Medikamente können die Flüssigkeitsabgabe des Körpers erhöhen, eine gewebliche/lokale direkte Einwirkung ist nicht möglich.
Weitere Gewebetechniken können die Drainage deutlich verbessern. Ich arbeite mit speziellen Techniken aus der craniosacralen Therapie.
Die Lymphdrainage belastet Herz und Kreislauf. Viele Patienten sind anschließend sehr müde. Kompressionsbandagierungen oder adaptive Kompressionsbandagen sichern den Behandlungserfolg. Ergänzend kann Yoga4 unterstützen. Ggf. wird dies durch eine pharmakologische Entwässerungstherapie unterstützt. Nach erfolgreicher Lymphdrainagetherapie werden medizinische Kompressionsstrümpfe angepasst. Sie sichern den Behandlungserfolg567. Anmerkung: Es muss nicht ein Paar Kompressionsstrümpfe getragen werden, wenn der Befund einseitig ist.
Wann werden Kompressionsstrümpfe angepasst?
Ist die Abschwellung und ggf. Entwässerung erreicht, können Kompressionsstrümpfe angepasst werden. Dies sichert den Therapieerfolg der Entstauung und Kompression. Funktional ist es wichtig zu verstehen, daß Kompressionsstrümpfe ein Widerlager für die Wadenmuskelpumpesind . Die Beinmuskulatur ist das„zweite Herz“. Sanitätshäuser, Orthopädietechniker oder Apotheken können Kompressionsstrümpfe ausmessen. Dies sind Fachkräfte, die das Messverfahren beherrschen.
Wer übernimmt die Kosten der Kompressionsstrümpfe?
Die vom Arzt verordneten medizinischen Kompressionsstrümpfe werden von der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung übernommen. Mit einer ärztlichen Verordnung ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung eine Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf bis höchstens zehn Euro zu zahlen (Deutschland). Die Preise gehen von Wadenstrümpfen Segment B-D KKL I, Maßanfertigung, flachgestrickt bei € 50,– bis Strumpfhosen KKL IV, Maßanfertigung, flachgestrickt € 500,– (Stand 2020).
Kompressionsstrümpfe DM …
Kompressionsstrümpfe in Einheitsgrößen bieten Drogerieketten wie zum Beispiel „DM“ sowie andere Anbieter. Sie werden nicht individuell angepasst und sind nur für den Sport-, Arbeit- und Freizeitbereich.
Welche Diagnose für Kompressionsstrümpfe?
Venenerkrankungen
– Chronisch periphere venöse Insuffizienz (CVI)
Die Venen können das venöse (sauerstoffarme) Blut nicht fördern.
Wegen seiner Wichtigkeit ist die chronisch-venöse Insuffizienz häufigster Grund für die Verordnung. Sie vermeiden Sekundärkomplikationen8.
Wichtiger Hinweis: Viele Menschen haben nach einem Tag harter Arbeit oder nach langem Stehen schwere und müde Beine. Zum Teil sind sie auch geschwollen. Dies kann Zeichen der Überlast sein. Es kann aber auch auf eine chronische venöse Insuffizienz hinweisen.
– Krampfadern
Die Venen sind erweitert (sacculär). Sie können sich nicht zurück bilden und können schmerzhafte venöse Entzündungen (Phlebitis) verursachen. Es können sich Blutpropfen (Thromben) bilden. Krampfadern sind Zeichen für venöse Schwäche. Meist sind Beine und Füße betroffen.
Postthrombotisches Syndrom
Immobilität (Abnahme des Blutflusses), Infektionen, Entzündungen oder Traumen können einen Thrombus hervorrufen. Blutpropfen können fest an der Wand anliegen oder frei in die Blutbahn ragen (flottierend). Letztere können sich ablösen und einen Embolus bilden. Dieser kann in der Lunge eine Embolie verursachen.
Ob die Bildung von Thrombosen bei bettlägerigen Patienten durch Kompressionsstrümpfe verhindert werden kann, ist fraglich9. Sicher wirken Bewegung und pharmakologische Einstellung (Blutgerinnungshemmer). Im Gegensatz zu partiellen Problemen gibt es bei den Venen keinen Zusammenhang mit einer Gefäßobstruktion10.
Lymphödem
Es wird mehr Flüssigkeit in den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) abgegeben als wieder aufgenommen (Kapillaren, Lymphgefäße). Es kommt zur Netto-Ultrafiltration. Es besteht ein höhere Wahrscheinlichkeit ein Lymphödem durch Adipositas zu bekommen11.
.
Sonderfälle
– Schwangerschaft
Durch die Veränderung des Hormonhaushaltes und den erhöhten Druck auf die Bauchvenen (der expandierende Uterus auf Vena cava inferior) kommt es zu Ödemen (Wassereinlagerungen im Körpergewebe).
– Lipödem
Ist eine genetisch bedingte Störung der Fettverteilung oder Vermehrung (meist Frauen). Die Therapie ist komplex.
– Lipodermatosklerose
Unter Lipodermatosklerose versteht man die Entzündung des Unterhautfetts (Pannikulitis).
– Economy-Class-Schlaganfall-Syndrom
Es gibt Hinweise für die Ursache von Schlaganfällen von gesunden und jungen Reisenden bei langen Flügen (nicht ausreichend untersucht). 30 % der Bevölkerung haben ein persistierende Foramen ovale (schließt sich normal nach der Geburt). Ein Foramen ovale ist ein Loch im Herzen (meist nicht gefährlich). Bei einem solchem Loch kann Blut von der linken in den rechten Vorhof des Herzens fließen (sieht man im Echokardiogramm). Das rechte Herz pumpt in die Lunge (kann kleinere Embolien abbauen), das linke Herz pumpt in den Körper und das Gehirn.
– Obstruktive Schlafapnoe
Diese tritt bei Flüssigkeitsüberladung im peripheren Gewebe häufig auf. Eine chronische Veneninsuffizienz fördert die obstruktive Schlafapnoe12.
Kontraindikationen
Bei bestimmten Erkrankungen kann das Tragen (jenach Schwere der Erkrankung) kontraindiziert sein13:
obstruktive Arterienerkrankung (Bei einer artiellen Verschlusskrankheit ist ab einer bestimmten Durchblutungsminderung ebendiese abgeschnürt. Gemessen wird der ancle brachial pressure index (ABPI) und der sollte > 1,0 sein.
Herzinsuffizienz
infektiöse Venenentzündung (septische Phlebitis)
nässende Hautentzündung (Dermatitis)
Nervenerkrankung mit Sensibilitätsstörungen (periphere Neuropathie)
Wie zieht man Kompressionsstrümpfe an?
Am Anfang sollte Fachpersonal das Ankleidungen begleiten.
Durch Klicken auf das Video wird eine Datenverbindung mit YouTube aufgebaut
Anziehen von Kompressionsstrümpfen
An- und Ausziehhilfen erleichtern den Umgang mit den medizinischen Kompressionsstrümpfen und schonen das Material.
Gestelle (Metall oder Plastik)
Gleiter (gleitfähige künstliche Ballonseide)
Spezielle Gummihandschuhe oder Handschuhe mit gummierter Handinnenfläche
Die medizinischen Kompressionsstrümpfe werden vor dem Aufstehen angezogen. Das Strumpfmaterial sollte nicht durch Ringe oder spitze Nägel beschädigt werden. Falten sollten vermieden werden. Das Gewebe soll gleichmäßig und eng anliegen damit die medizinische Kompression perfekt wirkt. Im Gegensatz zum normalen Strumpf wird abgerollt, gezogen und verteilt. Ggf. sollte eine Etappe wiederholt werden, da in der nächsten Etappe nicht mehr auf die darunter liegende eingewirkt werden kann. Die Kompressionsversorgung nicht maximal hoch ziehen (Kniestrümpfe bis zwei Zentimeter unter der Kniekehle / Schenkelstrümpfe bis zwei Zentimeter unter die Gesäßfalte). Das Tragen von Kompressionsstrümpfe wird täglich und den ganzen Tag empfohlen. Erst vor dem zu Bett gehen werden sie ausgezogen.
Die Pflege der Kompressionsstrümpfe
Ein handelsübliches Buntwaschmittel für Handwäsche (Vorsicht keine hohe Dosierung) wird empfohlen. Waschzusätze (Weichspüler, optische Aufheller oder Fleckentferner) dürfen nicht verwendet werden. Die Strümpfe müssen ausreichend gespült werden. Die nassen Kompressionsstrümpfe werden anschließend in ein Handtuch eingewickelt. Durch Druck auf die Rolle wird das Wasser in das Handtuch gepresst. Auswringen kann die Fasern schädigen.
Spezielle Strümpfe
Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS, weiße Farbe) oder Antithrombosestrümpfe
Sie wurden in den 1970er und 1980er Jahren eingeführt. Sie sollen insb. bei frisch operierten Patienten venöse Thrombosen verhindern. Der Anpressdruck ist geringer als bei Kompressionsstrümpfen (Fesselregion 15 – 18 mmHg). Es fehlt eine Evidenz für die Wirkung dieser Strümpfe. Eine venöse Thromboembolie (VTE) kann durch Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) nicht vermieden werden. Zur medizinischen Kompression fehlt der Druck. Sie können beim Ankleiden oder durch Kompression sogar Schäden verursachen14. So gelten folgende Regeln zur Vermeidung einer Thrombose:
Frühmobilisation
Flüssigkeitzufuhr erhöhen (Hydratation)
Blutgerinnung minimieren (antiaggregatorische und antikoagulatorische Medikamenten)
In Ausnahmefälle sind Kompressionsstrümpfe sinnvoll15. Besser sind intermittierende pneumatische Kompressionsvorrichtungen oder Elektrostimulation (NMES=neuromuscular electrical stimulation device). Sieht aus wie eine Armbanduhr und stimuliert die darunter liegende Muskulatur16. Bei den intermittierenden pneumatischen Kompressionsvorrichtungen ist die Compliance (Mitwirkung des Patienten) aber häufig sehr schlecht, deshalb muss auch Folgendes geachtet werden17:
Unbehagen der Patienten mindern
Wissen und Verhalten der Angehörigen der Gesundheitsberufe steigern
Angebot und Nachfrage von Geräten verbessern
Verwendung von Richtlinien einhalten
Intensivpflegekontext berücksichtigen
Kenntnis der Patienten erhöhen.
Die Schulung des Fachpersonals ist wichtig18. So darf die Größe erst bestimmt, wenn die Beine in Rückenlage entstaut sind (mindestens 15 Minuten). Bei offenen Wunden muss aseptisch gearbeitet werden.
Strümpfe für die Arbeit
Kompressionsstrümpfe verhindern wirksam berufsbedingte Ödeme der unteren Extremitäten. Sie schwächen zudem Schmerzen und Müdigkeit ab19.
Kompressionsstrümpfe für Sport und Freizeit
Bei den Einsatzbereichen für Sport und Freizeit gelten die gleichen Regeln wie für die Arbeit. Bei allen Tätigkeiten, wo langes Sitzen oder Stehen erforderlich ist, wirken Kompressionsstrümpfe gegen Schmerz und Müdigkeit.
Kompressionsstrümpfe Laufen
Gemäß einer Studie verbessern Strümpfe mit konstanter Kompression im Bereich des Wadenmuskels die Laufleistung bei unterschiedlichen Stoffwechselschwellen signifikant. Der zugrunde liegende Mechanismus wurde jedoch nur teilweise durch eine etwas höhere aerobe Kapazität erklärt20. Andere Untersuchungen konnten den Effekt nicht belegen21.Weitere Untersuchungen zeigen eine Förderung der Regeneration. Sie mindern den Muskelkater und vermeiden die Übersäuerung bei anaerober Belastung22. Aber: Es gibt keine vergleichende Studie zu anderen Regenerationsverfahren. Daher empfehle ich weiter die Klassischen im Fokus zu haben:
Strukturlängenübungen (früher Dehnung)
Aktive Übungen
Hochlagerung zur Entlastung und zur Förderung des Abflusses
Wechselbäder und andere Kneipp-Anwendungen
Strümpfe für Diabetiker
Sowohl die Durchblutung (Mikroangiopathie) als auch die Schmerzwahrnehmung (Neuropathie) sind bei Diabetikern gemindert. Dies kann zu Folgeschäden führen. Häufig werden diese durch kleine Verletzungen ausgelöst. So kann es zum offenen Bein kommen. Das ist dann eine chronische Wunde (Ulcus cruris), bekannt als das Diabetisches Fußsyndrom. Es sind die Folgen der Vielzahl an Schädigungen an den unteren Extremitäten.
Spezielle Kompressionsstrümpfe für Diabetiker können dem entgegenwirken. Es handelt sich um Konfektionsware mit geringer Kompressionswirkung. Der Druckbereich liegt bei 18-15 mmHg. Die Strümpfe sind an empfindlichen Stellen gepolstert. Vor allem am Fuß kann das die Haut schützen. Zum besseren Erkennen von Verletzungen sind die Strümpfe weiß.
Stützstrümpfe
Stützstrümpfe gelten als veraltet. Doch es gibt noch einen klassischen Einsatzbereich: Bei vormals adipösen Menschen nach starker Gesichtsabnahme wird bandagiert oder ein Stützstrumpf angelegt.
Kompressionsstrümpfe bei Flugreisen
Insbesondere bei langen Flügen in engen Sitzreihen nimmt die Gefahr einer Blutstauung zu. Es kann sich eine Thrombose entwickeln. Studien zeigen jedoch keine eindeutige Wirkung23. Durch das Tragen kann aber die Ödembildung verringert werden. Günstig ist die Kompressionssklasse II.
Strümpfe mit Silber
Dies Strümpfe haben spezielle silberne Fasern. Das Silber erhöht den antimikrobiellen Schutz.
Kurzgefasst
Nochmal die häufigsten verwendeten Begriffe bei den Strümpfen
Antithrombose:
Antiembolie: Wird von nicht ambulanten oder postoperativen Patienten getragen, um Blutansammlungen in den Beinen zu verhindern, die zu einer Venenthrombose führen könnten.
Unterstützung: Diese sehr leichten Kompressionsstrümpfe können rezeptfrei und ohne ärztliche Verschreibung erworben werden.
Maßgeschneiderte Kompressionsstrümpfe: Nur für eine Person speziell angefertigt
Rundstrick: Die Strümpfe haben keine Naht. Das erhöht die Ästhetik
Flachstrick: Diese Strümpfe haben eine Naht. Dadurch sind sie optimal anpassbarbar.
Lymphödem: Diese Strümpfe dienen der Behandlung von Ödemen infolge des Auftretens von Lymphödemen zum Beispiel bei einer Lymphknotenentfernung.
Geschichte
Die Anwendung der Kompressionstherapie ist nicht neu. Bereits in der Jungsteinzeit (5000-2500 v. Chr.) wurden in den Zeichnungen der Höhlen von Tassili in der Sahara Bilder von Soldaten mit verbundenen unteren Extremitäten gefunden. Der Edwin Smith Papyrus aus dem Jahr 1600 v. Chr. enthielt zusätzliche Hinweise auf eine mechanische Kompressionstherapie der Beine24.
Hippokrates (460-370 v. Chr.) behandelte die Beingeschwüre seiner Patienten mit engen Verbänden, die in seinem Corpus Hippocraticum (450–350 v. Chr.) erwähnt werden.
Galen (128/131-199/216) verwendete Kompressionsverbände aus Wolle und Leinen, um Blutansammlungen in den Beinen zu verhindern.
Oribassius (326-403) behandelte Ulzera in den Beinen mit engen Verbänden
Avicenna (980–1037) Verfasser der berühmten Bücher „Buch der Genesung“ und „Kanon der Medizin“
Guy de Chauliac (1298-1368) beschrieb die Anwendung von Kompressionsverbänden zur Behandlung vergrößerter Beinvenen in seinem Buch Chirurgica Magna
Giovanni Michele Savonarola (1384–1468) gilt als Begründer der modernen Krampfadertherapie in der „Practica maior“ (Erstdruck 1479)25
Ambroise Paré (1510–1590)
Girolamo Fabrizio di Acquapendente (1537–1619) „Begründer der Embryologie“ entdeckte die Venenklappen ohne deren Funktion zu verstehen
William Harvey (1578-1657) „Entdecker des Blutkreislaufes“ entdeckte 1628 den Zusammenhang zwischen venöser Stauung und äußerem Druck. Durch diese Entdeckung kam es zur Entwicklung geschnürter Strümpfe, elastischer Bänder und feste Verbände mit Harz.
Der Berliner Arzt Rudolf Ludwig Carl Virchow (1821-1902) erkannte das wichtige Trias (Dreieck) zur Genese der tiefen Bein-Beckenvenenthrombose (veröffentlicht 1856). Es sind die Veränderungen der Blutzusammensetzung, der Venenwand (Endothel) und des Blutflusses. Beim Blutfluss ist damit eine Verlangsamung bis hin zum Stillstand (Stase) gemeint.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wurden neue textile Materialien für die Herstellung von Kompressionsstrümpfen eingeführt. Zuerst Natur- oder Zellulosefasern (Seide, Baumwolle, Kokosnuss) und später chemische Stoffe (Acryl, Nylon, Polyester). Sehr spät wurde entdeckt, dass durch Kompression auch tiefe Beinvenenthrombose verhindert werden können. Es war am Ende des 19. Jahrhunderts. Die deutschen Phlebologen Fisher und Lasker entdeckten, wie die Anwendung des äußeren Drucks die Bildung von Blutgerinseln verhindert. Erst jetzt wurden Kompressionsstrümpfe für die Behandlung der tiefen Venenthrombose eingesetzt26.
Und noch Eines zum Schluss: Woher kommt eigentlich der Begriff „Auf die Socken machen?“ Er kommt von den Römern. Da schlüpften die Damen in leichte Schuhe, den Soccus.
„Effectiveness of manual lymphatic drainage and intermittent pneumatic compression in lymphedema maintenance therapy“Erika Mendoza und Felix Amsler. VASA European Journal of Vascular Medicine Jahrgang 52 Heft 6 November 2023 October 16, 2023 ↩︎
Kompressionstherapie Ein Überblick für die Praxis (Kerstin Protz, Knut Kröger, Joachim Dissemond) Springer Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-49743-2, S. 94–95. ↩︎
Ödeme und Lymphdrainage Diagnose und Therapie Lehrbuch der Ödematologie (Ulrich Herpertz) 5. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-7945-2912-4, S. 307–310. ↩︎
Postthrombotisches Syndrom: Konsequente und längerfristige Kompression mit medizinischen Kompressionsstrümpfen (Joachim Dissemond) Ulcus cruris – Genese, Diagnostik und Therapie. Uni-Med Verlag, Bremen 2007, ISBN 978-3-89599-298-8, S. 103 ↩︎
Compression Stockings for Preventing the Postthrombotic Syndrome in Patients with Deep Vein Thrombosis (Berntsen CF, Kristiansen A, Akl EA, Sandset PM, Jacobsen EM, Guyatt G, Vandvik PO) Am J Med. 2016 Apr;129(4):447.e1-447.e20 ↩︎
„Lower extremity lymphatic function predicted by body mass index: a lymphoscintigraphic study of obesity and lipedema“ (Arin K. Greene & Christopher L. Sudduth) International Journal of Obesity (2020) ↩︎
Safety and efficacy of mild compression (18 – 25 mmHg) therapy in patients with diabetes and lower extremity edema (Wu SC, Crews RT, Najafi B, Slone-Riviera N, Minder JL, Andersen CA) Compression Bulletin 24 J Diabetes Sci Technol 2012; 6: 641 – 647 ↩︎
Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe – Gibt es eine Evidenz? Elastic compression stockings for prevention of deep vein thrombosis – Is there any evidence? (K.Kröger, C.Diehm, C.Moerchel) Dtsch Med Wochenschr 2011; 136: 276–279 ↩︎
Prevention of Venous Thromboembolism: Focus on Mechanical Prophylaxis (Giuseppe Lippi, Emmanuel J. Favaloro, Gianfranco Cervellin) Semin Thromb Hemost 2011; 37(3): 237-251 ↩︎
Effect of compression stockings on running performance in men runners (Kemmler W1, von Stengel S, Köckritz C, Mayhew J, Wassermann A, Zapf J.) J Strength Cond Res. 2009 Jan;23(1):101-5. ↩︎
Kompression und Sport – was ist belegbar? (Helmut Lötzerich) Vasomed Fachzeitschrift für Gefäßerkrankungen. 29. Jahrgang, Viavital Verlag, Köln, Januar 2017 ↩︎
Efficacy of lower limb compression and compression treatment of manual massage and lower limb compression on symptoms of exercise-induced muscle damage in women (J. R. Jakeman, C. Byrne, R. G. Eston) J Strength Cond Res. 24(11), 2010, S. 3157–3165. ↩︎
Compression stockings for preventing deep vein thrombosis in airline passengers (Mike J Clarke, Cathryn Broderick, Sally Hopewell, Ed Juszczak, Anne Eisinga) Cochrane Systematic Review – Intervention Version published: 14 September 2016 ↩︎
„Prevention of venous thromboembolism: Focus on mechanical prophylaxis“ (Lippi, G.; Favaloro, E. J.; Cervellin, G.) Seminars in Thrombosis and Hemostasis 2011 37 (3): 237–251. ↩︎
„The history and historical treatments of deep vein thrombosis“ (Galanaud, J. P.; Laroche, J. P.; Righini, M.) Journal of Thrombosis and Haemostasis. 2013 11 (3): 402–411 ↩︎
Im März 2023 ist ein Artikel in der internationalen Zeitschrift für Forschung in physikalischer Medizin und Rehabilitation erschienen, der sich mit den Entspannungstechniken bei der Rehabilitation des Trapezmuskels bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen beschäftigt1.
Hintergrund
Das Robert-Koch-Institut schreibt2: „Rücken- und Nackenschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet und können die Lebensqualität bei einem Teil der Betroffenen deutlich mindern… Es zeigt sich, dass 61,3 % der Befragten in den letzten zwölf Monaten von Rückenschmerzen berichten…15,5 % der Befragten berichten von chronischen Rückenschmerzen… 45,7 % (gaben) an, dass sie im vergangenen Jahr Nackenschmerzen hatten.“
Neben der häufigen Überlastung sind mechanische Funktionsstörungen ein häufiger Grund für Fehlbewegungen. Diese werden durch eine Minderung der Koordination hervorgerufen. In der Folge kommt es zu Nackenbeschwerden und zu einer Minderung der Beweglichkeit.
Die Studie
Es wurde die Wirksamkeit zweier Techniken bei stationären chronischen Nackenschmerzen verglichen.
20 PatientInnen mit chronischen Nackenschmerzen im Alter von 35 bis 55 Jahren wurden nach dem Zufallsprinzip in eine von zwei Gruppen zugeordnet.
Ausgeschlossen wurden im voraus PatientInnen mit:
Traumata
Frakturen im Nacken, oberen Rücken oder der Schulter
Chirurgische Eingriffe im Nacken, oberen Rücken oder der Schulter
Hauterkrankungen im Trapeziusbereich
Patienten mit Spondyloarthritis, lumbaler Spinalkanalstenose oder Skoliose
Active Release-Technik (10 Teilnehmer im Durchschnittsalter 46 Jahre)
Active-Release-Technik: Der Patient sitzt auf einem Hocker. Die Hände sind auf dem Oberschenkel parkiert. TherapeutIn stabilisiert die Schulter mit der Hand von hinten. Der Hals wird gestreckt. Der empfindliche Bereich des Trapezmuskel wird mit dem Daumen berührt mit dem Ziel einer Dehnung mit tiefer Spannung. Der Patient beugt und dreht den Hals zu beugen. Drei bis fünf Wiederholungen.
Anschließend Heißpackung für 20 Minuten.
Myofasziale Release-Technik (10 Teilnehmer im Durchschnittsalter 46 Jahre)
Myofasziale Release-Technik: Der Patient sitzt aufrecht auf einem Stuhl. Die Hände sind auf dem Oberschenkel parkiert. TherapeutIn übt mit dem Unterarm und/oder ulnarer Rand der Handfläche Druck aus und zum gleitet in Richtung Halsbasis und/oder in Richtung obere Schulterblattregion. PatientIn beugt und dreht den Kopf entgegengesetzt. Drei bis vier Wiederholungen.
Anschließend Heißpackung für 20 Minuten.
Es wurden drei Sitzungen pro Woche in vier Wochen durchgeführt.
Messungen
Es wurden nach den Auswirkungen auf die Schmerzintensität und den Bewegungsumfang gemessen. Die Messungen fanden am Anfang und am Ende statt. Die Schmerzen wurden mit der Schmerzskala erfasst.
Die Bewegung wurde mit einem Maßband an einer Wand gemessen. Die in der Praxis übliche Messung mit einem Winkelmesser oder Sensoren wurde nicht angewendet.
Ergebnisse
Es gab Unterschiede zwischen den beiden Methoden hinsichtlich der Beugung (Flexion) und die Unterschiede begünstigten
Beweglichkeit
Beide Techniken wirken und es kommt zu einer Verbesserung. Die aktive Release-Technik wirkt besser.
Schmerzen
Beide Techniken wirken und es kommt zu einer Verbesserung. Die aktive myofasziale Release-Technik wirkt besser.
Fazit
Beide Techniken sind geeignet und sollten jeweils gezielt eingesetzt werden. Die aktive Release-Technik bei Einschränkungen der Beweglichkeit und die myofasziale Release-Technik bei Schmerzen.
Praxis
Es ist hier ein weiterer Nachwies gelungen, wie beide Techniken gezielt eingesetzt werden können. Neben den erwähnten Techniken gibt es selbstverständlich noch viele weitere Techniken. Im Einzelfall wird jeder Patient eine individuelle Therapie erhalten.
Ich nutze beide Techniken gezielt. Die Tiefenwirkung bei den Grifftechniken der Craniosakralen Therapie erhöht dabei die Sicherheit der geweblichen Reaktion maßgeblich. Das haben mir in meiner beruflichen Laufbahn schon viele Patienten bestätigen können. Zudem können spezielle Tiefenentspannungsprozesse, wie zum Beispiel der CV4-Griff, das vegetative Nervensystem direkt beeinflussen.
Rückenschmerzen sind eine häufigste Erkrankung in der Bevölkerung. Sie können akut oder chronisch sein oder aber nach traumatischen Rücken-/Wirbelsäulenverletzungen auftreten. Bei der Suche nach Hilfe ist die Frage, welche Therapie zielführend ist. Was kann den Schmerz zu effektiv lindern?
Zwei Verfahren stehen dabei häufig gegenüber. Es ist die Physiotherapie auf der einen Seite und die Osteopathie auf der anderen Seite.
Physiotherapie ist der Einsatz von Heilmitteln und Techniken, die Durchführung von Übungen und das gezielte Training. In den meisten Anwendungen wird die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Bewegungsapparats wiederhergestellt, erhalten oder verbessert. Techniken sind zum Beispiel der gezielte Einsatz von passiv, assistiven und aktiven Bewegungen.
Osteopathie ist eine eigenständige Form der Medizin. Der therapeutische Prozess erfolgt durch Berührung (meistens manuell). Die Diagnose und die Therapie sind nicht scharf abgegrenzt. Die taktile Reizwahrnehmung und Reizsetzung findet in unterschiedlicher Stärke statt. Diese kann mit oder ohne Bewegung erfolgen. Der Prozess kann durch verbale Interaktion ergänzt werden.
Die Studie
In einer Studie1 mit 30 Rückenschmerzen im Kreuzbereich wurden diese nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt. Die Studiendauer betrug September 2020 bis Januar 2022. Die PatientInnen bekamen an 6 Tagen pro Woche über 6 Wochen Anwedungen.
Gruppe I: PHYSIOTHERAPIE ANWENDUNGEN
In dieser Studie wurden folgende Übungen in der Physiotherapie angewendet:
Ungerade Wochen
Bauchspannen, 30 Wiederholungen mit 8 Sekunden Halt
Fersenrutschen, 20 Wiederholungen mit 4 Sekunden Halt
Beinhebungen, 20 Wiederholungen mit 4 Sekunden Halt
Stützen mit Überbrückung, 30 Wiederholungen mit 8 Sekunden Halten, dann Wechsel auf ein Bein
Stehendes Rudertraining, 20 Wiederholungen mit 6-sekündigem Halten
Verspannung beim Gehen, 10 Minuten mit 8 Sekunden Halten und 10 Sekunden Pause
Gerade Wochen
Vierbeiniges alternatives Arm- und Beinheben mit Verstrebungen, 30 Wiederholungen mit 8 s Halten auf jeder Seite
Seitenstütze mit gebeugten Knien, 30 Wiederholungen mit 8 s Halten auf jeder Seite
Seitenstütz mit gestreckten Knien, 30 Wiederholungen mit 8 s Halten auf jeder Seite
Vierfüßler-Armheben, mit Verstrebung, 30 Wiederholungen mit 8 s Halten auf jeder Seite
Beinheben im Vierbeiner, mit Verstrebung, 30 Wiederholungen mit 8 s Halten
Seitstütze mit gestrecktem Arm und Knien links und rechts, 30 Wiederholungen mit 8 Sekunden Haltezeit
Physiotherapie umfasst natürlich viel mehr als die aufgeführte Auswahl.
Gruppe II: OSTEOPATHISCHE TECHNIKEN
Ungerade Wochen
Cardia-Manipulation für 1 Minute
Pylorus-Manipulation für 1 Minute
Oddi Sphinkter-Manipulation für 1 Minute
Manipulation der Duodeno-Jejunal-Klappe für 1 Minute
MET für Lendenwirbel,
Cranio-Sacral-Harmonisierung für 15 Minuten
Gerade Wochen
1 Minute Manipulation der Ileozökalklappe,
1 Minute Manipulation des Sigmas und 1 Minute Manipulation der gesamten Leber
Cranio-Sacral-Harmonisierung für 15 Minuten
Globale hämodynamische Manipulation (10 Wiederholungen mit Druck während der Inspiration und weitere 10 während der Exspiration)
Funktionsmethode für die Lendenwirbel
Gruppe III: BEIDE VERFAHREN IN KOMBINATION
Kombinierte die Übungen der Gruppe 1 und der Gruppe 2 und dauerte 1 Stunde an 6 Tagen in der Woche für 6 Wochen, wobei vor und nach dem gleichen Ergebnis gemessen wurde.
/de
Alle Techniken und Anwendungen sind für den Zweck der Studie standardisiert. Das ist für eine Studie sinnvoll. In der Praxis finden Therapie immer auf Basis eines individuellen Befundes statt.
Ergebnis
In allen Gruppen wurde eine Verbesserung festgestellt. Die Ergebnisse der Gruppe 3 war ab der 2. Woche ein signifikanter positiver im Vergleich zu den anderen Gruppen.
Fazit
Die Kombination aus konventioneller physikalischer Therapie und osteopathischen Manipulationstechniken hilft Patienten mit Schmerzen im unteren Rücken am besten.
Sharath Hullumani, Abin Abraham Mammen, Jakka Rahul, Dr Sarvapelli Radhakrishnan.Effect of Physical therapy and Visceral Osteopathic Manipulation in Lower Back Pain: A Comparative Study. Indian Journal of Physiotherapy and Occupational Therapy/Volume 17 No. 2 April-June 2023 ↩︎
Helfen Atemkontrollübungen bei einer obstruktiven Lungenerkrankung? Das war die Frage einer neuen Studie. Oder reicht ein normales Rehabilitationsprogramm? Untersucht wurde dies im Rahmen einer Rehabilitationsgruppe bei Patienten mit einer schweren obstruktiven Lungenerkrankung nach einer akuten Verschlechterung der Symptome.
Inhaltsübersicht (aufklappen)
Was ist COLD?
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine chronisch entzündliche Lungenerkrankung. Sie schwächt den gesamten Organismus. Sie führt zu einer Behinderung des Luftstroms in den Luftwegen (Bronchien) der Lunge. Diese kann sich nicht mehr zurück bilden und ist damit irreversible. Bei der Verschlimmerung handelt es sich um eine mindestens zweitägige Verschlechterung (Exazerbation) der Symptome.
Die Symtptome bei COLD
Die Symptome bei COLD sind unterschiedlich stark ausgeprägt:
Atemnot / Dyspnoe
Bei körperlicher Belastung, später schon einfacher Betätigung und letztendlich bei geringer Anstrengung kommt es zu Atemnot.
Vermeidung von Leistung
Diese Leistungseinschränkung spüren PatientInnen im Gegensatz zu anderen Lungenerkrankungen (Fibrose) deutlich. Aus diesem Grund wird die Abforderung von Leistung semi-bewusst vermieden. Die Vermeidungshaltung führt zur Abnahme der Skelettmuskulatur und anderer Leistungsparameter. Das erschwert die Leistungserbringung zusätzlich und erhöht den Sauerstoffbedarf. Das führt neben der Grunderkrankung zu einer weiteren Dekonditionierung. Bei sehr geringem Leistungsvermögen wird eine sitzende Schonhaltung eingenommen.
Leistungsvermeidung führt zur sozialen Isolation
Neben der umfassenden Dekonditionierung in allen motorischen Bereichen und der Leistungsvermeidung kommt es zunehmend zu einer sozialen Isolation. Sie hat starke negativen psychologischen Folgen und fördert ihrerseits das Fortschreiten der Leistungsmeidung und somit auch das Voranschreiten der Einschränkung. Die Aktivitäten des täglichen Lebens (Activity of daily life ADL) nehmen immer mehr ab. So ist die Sitzaktivität um den Faktor 1,4 erhöht{Cavalheri, V.; Straker, L.; Gucciardi, D.F.; Gardiner, P.A.; Hill, K. Changing physical activity and sedentary behaviour in people with COPD. Respirology 2016, 21, 419–426}{Schneider, L.P.; Furlanetto, K.C.; Rodrigues, A.; Lopes, J.R.; Hernandes, N.A.; Pitta, F. Sedentary Behaviour and Physical Inactivity in Patients with Chronic 0Obstructive Pulmonary Disease: Two Sides of the Same Coin? COPD 2018, 15, 432–438}.
Weniger Leistung und soziale Isolation mindern die Lebensqualtität
Die Dyspnoe, die Leistungsminderung, die Aktivitätseinschränkung und die soziale Isolation beeinträchtigen die Lebensqualität von PatientInnen mit COPD. Entgegen der früheren Zielsetzung Verbesserung der Lungenfunktion ist mittlerweile eindeutig der Verbesserung der Lebensqualität im Fokus der Therapie. Die pulmonale Rehabilitation ist somit ein interdisziplinärer Vorgang. Sie umfasst neben der Linderung von Dyspnoe
Soziale Teilhabe und Verbesserung der Lebensqualität
Verbesserung der ADL auf multiple Weise (nicht nur motorisch) unter anderem mit:
Sauerstofftherapie zielgerichtet und nur bei Notwendigkeit
Energieverbrauch und Leistungsvermögen abzugleichen
Kurzatmigkeit verringern und Atemkompetenz erhöhen
Stärkung der Selbstwirksamkeit zur Bewältigung der Krankheit
*Die Personen wurden also zufällig in die verschiedenen Gruppen gewählt (randomisiert). Ohne kontrollierte Designs mit Zufallszuweisung von PatientInnen lassen sich keine verlässlichen Aussagen zur Wirksamkeit von Maßnahmen machen. Dabei ist es wichtig, den kausalen Zusammenhang deutlich zu machen, also das Verhältnis zwischen Ursache und Wirkung.
Bekannt ist, dass Lungenrehabilitationsprogramme zur Verbesserung bei COPD wirksam sind. Ziel dieser Studie war es, die Wichtigkeit von Atemkontrollübungen zu beurteilen. Zudem sollte der Effekt des Übens in einer Gruppe aufgezeigt werden. Damit sollte der Aspekt der Sozialisation mit anderen Personen in der Gruppe optimiert werden.
Die Studie
Teilnehmer
Von 40 ausgewählten nahmen 37 PatientInnen an der Studie teil. Das Alter war durchschnittlich 69 Jahren. Die Altersspanne betrug +/- sieben Jahre. Die Teilnehmer hatten eine COPD im Stadium III oder IV*. Zustand nach akuter Verschlechterung (Exarzerbation).
*Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD)
Die demografischen Daten und Charakteristika zu Studienbeginn unterschieden sich zu Studienbeginn nicht signifikant zwischen den beiden Gruppen, mit Ausnahme der Prävalenz von Osteoporose.
Ausschlusskriterien
Komplikation: Herz/Orthopädisch
Rauchen
Sprachbarrieren
Bekannte kognitiven Beeinträchtigungen
Ort
Das spezielle Zentrum für COLD am J. Bracops Krankenhaus in Brüssel, Belgien.
Dauer und Vergleich
Die Dauer der Studie betrug sechs Wochen. Es wurde verglichen, ob zusätzliche Sitzungen mit Atemkontrollübungen einen signifikanten Effekt haben. Es handelte sich um konkret 20 Gruppensitzungen mit 30-minütigen Atemkontrollübungen.
Das tägliche Ausdauertraining sind 30 Minuten kontinuierlichem Gehen auf einem Laufband oder Radfahren auf einem Fahrradergometer. Die Intensität beträgt 4 bis 6 auf der modifizierten Borg-Skala (subjektive Leistungseinschätzung), mit maximaler Anstrengung bei 10.
Kraft
Das Krafttraining sind 30 Minuten Widerstandsübungen an Geräten für Muskelgruppen der oberen und unteren Extremitäten. Jede Muskelgruppe absolviert 3 Sätze mit 10 Wiederholungen. Die Intensität beträgt 4 bis 6 auf der modifizierten Borg-Skala (subjektive Leistungseinschätzung), mit maximaler Anstrengung bei 10.
Alltag und Gebrauch
Die therapeutische Patientenaufklärung ist individuell. Folgende Aspekte werden berücksichtigt:
Theorie:
Anatomie der Lunge
Pathophysiologie der COPD
Anwendung verschriebener Inhalationsmedikamente
Praxis:
Umgang mit der Leistunsanforderung, Faktionieren der Leistungsabgabe, Einsatz der dosierten Lippenbremse, sparsame/ergonomische Haltung:
Gehen (5 Mal pro Woche, 15 Minuten pro Sitzung) inklusive
Schnürsenkel binden durch Hochlegen der Füße auf dem Stuhl
Lastenausgleich in einer Einkaufstasche
Treppensteigen (2 Mal pro Woche, 30 Minuten pro Sitzung)
Zusätzlich
2 Sitzungen Toilettengang (20 Minuten pro Sitzung)
Erste Woche
Bewertung Autonomie und Unabhängigkeit des Patienten
Ratschläge zur Fraktionierung der Anstrengungen
Vorschläge für technische Hilfsmittel für die Toilettentätigkeit
Dritten Woche
Überprüfung und Anpassung
Zusatzprogramm Atemkontrollübungen
Zusätzlich in der Gruppen mit den Atemkontrollübungen wurden 3–4 Sitzungen pro Woche Atemübungen durchgeführt. Die Gruppe erhielt 20 Sitzungen pro Programm mit Atemkontrollübungen in einer Gruppenumgebung. Die Gruppengröße betrug 5–6 Teilnehmer und die Dauer pro Sitzung betrug 30 Minuten.
Basis der Übungen
Die Basis der Übungen waren die typischen Alltags- und Gebrauchsbewegungen der PatientInnen. Aus diesen wurden Kinetikübungen (Bewegungsübungen) für den Ober- oder Unterkörper mit offener Kette entwickelt. Eine solche Bewegung liegt vor, wenn das Endglied der Extremität frei beweglich ist. Diese Übungen trainieren gezielt Muskeln oder Muskelgruppen. Der Transfer Sitz zum Stand wurde nicht geübt.
Gezielter Einsatz von Hilfsmitteln
Die Bewegungen wurden individuell verstärkt durch den Einsatz von freien Gewichten durch Hanteln, Bälle und andere Hilfsmittel. Die Gewichtsbelastung richtete sich der zehnfachen, bequem durchführbaren Wiederholungszahl.
Atmung mit Bewegung
Die Kinetikübungen wurden mit dem gezieltem Einsatz von Atemkontrollübungen verbunden. Bei den jeweils 15 Sätzen mit je 10 Wiederholungen wurde bewusst die Einatmung oder die Ausatmung verbunden. Die Erholungszeit zwischen den Sätzen betrug 10 Sekunden.
Hintergrund
Die Atemvertiefung verlangsamt die Frequenz, stimuliert das autonome Atemmuster und vertieft den Rhythmus. Die motorischen Übungen verbessert insbesondere die Kraft und die Ausdauer. Eine Verlangsamung der Bewegung auf die Atemfrequenz erhöht das Bewegungsbewusstsein in den einzelnen Bewegungsphasen, wie zum Beispiel in der konzentrische Phase (Zusammenziehen) Einatmung (Inspiration) und in exzentrische Phase (Nachlassen) Ausatmung (Exspiration). Zudem wird die Anpassung an die Anstrengung angepasst.
Die Studienergebnisse
Primär wurde die Lebensqualität untersucht. Die Gesundheit von Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen ist krankheitsbedingt eingeschränkt. Dies wurde mit dem „Saint George’s Respiratory Questionnaire“überprüft. Das ist ein Standartverfahren zur Messung der Lebensqualität bei PatientInnen mit COLD. Er misst die allgemeine Gesundheit, das tägliche Leben und das wahrgenommene Wohlbefinden und unterteilt in drei Bereichen: Symptome, Aktivitäten und Auswirkungen.
Rehabilitationsgruppe
Atemkontrollgruppe
Lebensqualität
Keine Verbesserung
Der SGRQ-Score verringerte sich von durchschnittlich 60,4 (Spannbreite 43,6–71,8) auf durchschnittlich 43,2 (35,0–56,7), p < 0,001). Das bedeutet eine Verbesserung. Das Ergebnis ist signifikant (Signifikanzwert war sehr hoch p<0,001).
Primäre Veränderung bei COPD PatientInnen
Sekundär wurden verschiedene weitere Aspekte gemessen. Die subjektive Auswirkungen auf die Atmung wurde durch den COPD Assessment Test (CAT) erfasst. Es handelt es sich um einen standardisierten Fragebogen, mit dem das Ausmaß und die Häufigkeit der Symptome von PatientInnen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) erfasst wird. Mit dem Test kann auch eine einfache Bestimmung des Schweregrades der Lungenerkrankung erfolgen.
Rehabilitationsgruppe
Atemkontrollgruppe
Häufigkeit der Symptome
Keine Verbesserung
Der CAT-Score verringerte sich von einem Mittelwert von 25,0 (Spannbreite 14,0–27,5) auf 15,0 (2,0–21,0). Das bedeutet eine Verbesserung. Das Ergebniss war signifikant (Signifikanzwert war sehr hoch p < 0,001).
Häufigkeit der Symptomes bei COPD PatientInnen
Rehabilitationsgruppe
Atemkontrollgruppe
Fünf mahlige Aufstehtest
Keine Verbesserung
Die 5STST-Zeit nahm ab von einem Mittelwert von 15,4 (Spannbreite 12,0–19,0) auf 12 (10,7–14,9). Das ist eine Verbesserung. Das Ergebnis war signifikant (Signifikantswert war sehr hoch p < 0,001).
Häufigkeit der Symptomes bei COPD PatientInnen
Borg-Skala (modifiziert) dient der Ermittlung der subjektiven Leistungempfindung.
Rehabilitationsgruppe
Atemkontrollgruppe
Borg nach Fünf mahligem Aufstehtest
Keine Verbesserung
Die Borg Einstufung nahm ab von einem Mittelwert von 8 (Spannbreite 7–8) auf 5 (3–6). Das ist eine Verbesserung. Das Ergebnis war signifikant (Signifikantswert war sehr hoch p < 0,001).
Borg Skala nach Aufstehtest (Sit-to-Stand) bei COPD PatientInnen
Handgriff-Stärketest: Periphere Kraftermittlung durch den Jamar®-Handdynamometer
Rehabilitationsgruppe
Atemkontrollgruppe
Handgriff-Stärketest
Keine Verbesserung
Die HG Stärke stieg an von einem Mittelwert von 23,5 (Spannbreite 20,5–26,8) auf 25 (23,5–30). Das ist eine Verbesserung. Das Ergebnis war signifikant (Signifikantswert war sehr hoch p < 0,001).
Handgriff Stärketest bei COPD PatientInnen
Fazit
Die Gruppe mit den Atemübungen in einer Gruppe erreichten deutliche Vorteile
Lebensqualität
funktionelle Kapazität
Muskelkraft.
Übungen zur Atemkontrolle, die in einer Gruppe durchgeführt werden, sind für PatientInnen mit einer COLD zielführend. Das zeigt diese Studie.
Mechanismen für die Verbesserung in der Atemkontrollgruppe
Nicht alle Parameter lassen sich faktisch messen. Deshalb ist es wichtig, die Mechanismen für die Veränderung zu verstehen. Das geschieht durch Annahmen, wenn entsprechende Messparamater nicht voliegen:
Dyspnoewahrnehmung
Die Wahrnehmung der eigenen Luftnot ist ein sehr wichtiger Faktor. Die Verbesserung in der Atemkontrollgruppe erklärt sich aus der Zunahme der Muskelkraft, der verbesserten Kontrolle des Atemmusters und der erhöhten Toleranz gegenüber körperlicher Anstrengung. Das senkt den Atembedarf für eine bestimmte Anstrengung auf der einen Seite und erhöht das Lungenvolumen auf der anderen Seite. So können PatientInnen zum Beispiel Treppen steigen mit geringerer Dyspnoe ohne mehr Zeit zu brauchen, teilweise sogar weniger.
Sekundäre Wahrnehmung
Die Belastungstoleranz wird deutlich erhöht, bei gleichzeitig mehr gefühlter Muskelkraft. Das steigert die Lebensqualität, reduziert wiederum Dyspnoe und letztendlich die Müdigkeit.
Atemkontrollübungen in einer Gruppenumgebung führen zu einer funktionellen Verbesserung im Gegensatz zu einer allgemeinen Rehabilitation.
Grundgedanken für ein Programm
Ein allgemeines Rehabilitationsprogramm ist nicht zielführend. Es ist nicht angepasst an die individuellen Problemstellungen bei einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung. Für PatientInnen ist das Üben von Alltags- und Gebrauchssituation unter besonderer Kontrolle der Atmung hilfreich. Folgende Aspekte erscheinen wichtig:
Die therapeutische Patientenaufklärung über das Krankheitsbild
Was sind obstruktive Luftwegeveränderungen
Wie kann man bei einer solchen Veränderung die Atmung unterstützen
Die Wichtigkeit, die Bewegung und Atmung zu kombinieren.
Vermittlung von Energiespartechniken
Vermeidung von Pressatmung.
Anpassung des Lebensumfelds unter anderem mit Hilfsmitteln und notwendigen Hilfen.
Die Anpassung ist individuell. Die allgemeinen Empfehlungen für spezielle Alltags- und Gebrauchsbewegungen können bei der spezifischen Genese nicht schematisch vermittelt werden. Dies ist auch ein Faktor, damit die Verhaltensänderung in den Alltag integriert werden. Diese Umsetzung ist essenziell.
Hinweis: Patienten mit COPD können jedoch aufgrund von Wissens- und Fähigkeitsdefiziten in ihrem Prozess der Verhaltensänderung mit erheblichen Hindernissen konfrontiert sein. Diese können eine Änderung des Lebensstils stark behindern. Die Therapie muss das unbedingt berücksichtigen.
Gruppensettings sind im Gegensatz zu Einzelsitzungen als günstig anzusehen. Der therapeutische Prozess wird durch die Gruppendynamik, Interaktion, soziale Kompetenz und Solidarität gestützt. Sekundär wird zudem die soziale Isolation gemindert.
Klinische Erfahrungen
In der Arbeitsgemeinschaft Atemtherapie des Zentralverbandes Physiotherapie (ZVK) und auch im klinischen Einsatz haben wir Atemkontrollübungen genutzt. Darüber hinaus wurden schon in den 90er Jahren entscheidende Vertiefungen der Therapiemethodik, gegenüber der dargestellten, erreicht. Die Studie unterstreicht deutlich diesen Ansatz, in dem sie die Wirksamkeit der gezielten Atemkontrolle zeigt.
Individuelles Übungsprogramm
Der Einsatz einer Atemskala neben der Borg-Anstrengungsskala hilft bei Belastungsfaktoren einzeln zu erfassen und in ein Verhältnis zu setzen.
Die Erfassung der Atembelastung sowie der allgemeinen Anstrengung wird ergänzt durch individuelle periphere Anstrengungsgefühle, zum Beispiel in den Unterschenkeln. Treten andere Befindungsbeeinträchtigungen, wie zum Beispiel Schmerzen, auf, dann werden diese mit erfasst. Die individuellen subjektiven Empfindungen werden mit den messbaren objektiven Befunden abgeglichen und ein gezieltes Übungsprogramm erstellt.
Die Atemübungen für eine PatientIn mit einer COLD berrücktsichtigen das individuelle Vermögen in besonderer Weise, also nicht nur bezüglich der Anstrengung. Dieses individuelle Lehr-Lernprogramm beginnt in einfacher Weise und nimmt die PatientIn auf eine Erfahrungsreise mit. Die Zielsetzung ist, ein Bewusstsein für die Atmung zu erhalten. Dieses neue Bewusstsein oder neue Gefühl ergänzt die bisherigen meist negativen um neue positive Erfahrungen. Die neue „Erlebnisse“ werden dann, wiederum durch gezielte und individuelle Lehr-Lernschritte in die Alltags– und Gebrauchsbewegungen integriert.
Entkopplung der Atmung
Die Atemübungen haben dabei nicht das Ziel einer Erhöhung der Kontrolle, welche im negativen Erfahrungsbereich ja ohnehin vorhanden ist. Sie dürfen idealerweise einen neuen Freiraum schaffen. Dazu werden die Atemübungen geschachtelt aufgebaut, mit dem Ziel das Atemzentrum mit einem neuen Programm zu ergänzen.
Die in der Studie angestrebte Atemkopplung an die konzentrischen und exzentrischen Bewegungen werden dabei in Folge gezielt entkoppelt. Dies beginnt mit Bewegungen einzelner Muskelgruppen und entwickelt sich zu Ganzkörperbewegungsmustern.
Der untere M. Trapezius ist für das Schultergelenk funktionell sehr wichtig. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, welche Übungen wirken. Eine Querschnittsstudie mit wiederholten Messungen an asymptomatischen Personen hat dies untersucht1.
Inhaltsübersicht
Die Standardübung
Es ist die Y-Übung in Bauchlage. Sie wird mit über 90° Schulteranhebung ausgeführt wird. Sie wird häufig angewendet (Standardübung) und ist mit 85 % bis 97 % der MVC sehr effektiv. MVC steht für Maximum Voluntary Contraction und ist ein Maß für die Muskelkraft.
Warum ist die Funktion vom unteren M. Trapezius so wichtig für das Schultergelenk?
Der untere Trapezmuskel erleichtert die dynamische skapulothorakale Kontrolle2. Für die Armhebung ab 30° und zwingend ab 90° muss das Schulterblatt eine vorbereitende Drehung und Senkung machen.
Ein wichtiger Muskel für diese Bewegung ist der unter M. Trapezius. Der Muskel selbst bleib dabei gleich in seiner Länge, er dient als Widerlager für den kontrahierenden M. Serratus anterior(Sägezahnmuskel). Das Schulterblatt dreht nach außen und wird dabei unten gehalten.
Standard Übung nicht immer einsetzbar
Bei einer Rehabilitation für das Schultergelenk, zum Beispiel nach einer Operation, sind Schulteranhebungen über 90° nicht indiziert. Deshalb kann die Standardübung nicht eingesetzt werden.
Da aber die Schultergelenkproblematik mit einer Dysfunktion der Schulterblattbewegung einhergeht, ist eine entsprechende Übung erforderlich. Deshalb ist es zielführend, den unteren M. Trapezius zu trainieren.
Insbesondere nach postoperativen Rekonstruktionen der Rotatorenmanschette. Dabei wird die Sehne des Abspreizmuskel (M. Supraspinatus) rekonstruiert. Schulterabduktionsübungen über 90° sind dann bis zur sechsten oder siebten Woche nicht erlaubt, damit die Heilung der Sehne geschützt wird.
Welche alternativen Übungen bringen Wieviel Effekt?
Folgende Übungen wurden also bei gesunden Probanden getestet und es wurde die elektrische Aktivität gemessen (EMG=Elektromyographie). Der erste Wert ist der Mittelwert und die Streubreite ist mit ± in Prozent angegeben:
Liegestütz im Sitzen (56 ± 23 % MVC)
Schulterblattretraktionsübungen (51 ± 29 % MVC)
Kobra in Bauchlage (44 ± 14 % MVC)
Rudern in Bauchlage (36 ± 14 % MVC)
Seitlich liegenden Außenrotation (34-65 % MVC)
Seitlich liegenden Vorwärtsflexion (48-64 % MVC)
Das Geschlecht beeinflusste einige EMG-Werte und interagierte typischerweise mit dem Trainingstyp.
In der frühen Rehabilitation wird die seitlich liegende Außenrotation in Bauchlage und der Wall Slide empfohlen. Beim Wall Slide wird der Arm außenrotiert während man den Rumpf an der Wand abstützt. Dies spricht den unteren M. Trapezius an und limitiert die Bewegung im Schultergelenk.
Für die Übungsauswahl ist ein wichtiger und elementarer Faktor die intra- und intermuskuläre Koordination. Das ist die Koordination im Muskel und der Muskeln untereinander. Das Gesamtbild der Bewegung ist also in allen Teilen von besonderer Bedeutung. Werte alleine dienen nur zum Verständnis der Wirkweisen einzelner Übungen!
Das Zungenbein ist ein Knochen unter der Zunge. Welche Rolle hat es bei Nackenschmerzen und zervikogene Kopfschmerzen? In einer Untersuchung wurden der „Cervicogenic headache“. kurz CGH und die Rolle des Zungenbeines untersucht.
Inhaltsverzeichnis
Der Name des Zungenbein
Das Zungenbein ist ein kleiner Knochen am Mundboden unterhalb der Zunge. Es ist 2 bis 3 cm groß. In der embryonalen Entwicklung entsteht das Zungenbein aus den Knorpeln des 2. und 3. Kiemenbogens. Er hat die Form eines kleinen „u“. U-förmig heißt altgriechisch ῡ̔οειδής = (h)*yo(e)ides, denn das y wird im Griechischen υ geschrieben, wie i ausgesprochen und daraus entstand dann das Hyoideum.
*werden nicht mitgesprochen
Das Zungenbein ist ein Verbindungsknochen
Es hat keine gelenkigen Verbindungen wie die meisten restlichen Knochen im Körper. Es ist also nicht mit dem restlichen Skelett verbunden. Seine Verbindungen bestehen ausschließlich aus Muskeln und Bändern. Kleiner Nebenfakt: Viele anatomische Anschauungsmodelle verzichten auf diesen Knochen aus diesem Grund.
Zungenbein Funktion
Das Zungenbein ermöglicht das Atmen, Sprechen und Schlucken. Es dient der Kraftübertragung sowie Koordination zwischen Muskeln des Mundbodens und des Kehlkopfes.
50 Patienten mit zervikogenen Kopfschmerzen wurden nach dem Zufallsprinzip in die Studie aufgenommen. Es wurde ein Bewegungstest am Hals durchgeführt. Bei allen Patienten wurde eine Mobilisierung des Zungenbeins und eine Faszienentspannung durchgeführt. Der Bewegungsumfang der Halswirbelsäule wurde sowohl vor als auch nach dem Eingriff untersucht, und die Ergebnisse statistisch verglichen.
Ergebnisse
Es gab eine signifikante Verbesserung der Beugung, Streckung und Drehung im Hals.
Fazit
Die Mobilisierung des Zungenbeins und die Faszienrelaxationstechnik können den zervikalen Bewegungsumfang und die Ungleichheit (Asymmetrie) der zervikalen Bewegung verbessern. Dies führt zu einer funktionellen Verbesserung. Eine funktionelle Verbesserung bewirkt eine Verringerung der ursächlichen Spannung für den Kopfschmerz.
Weiterführende Gedanken
Das Zungenbein steht funktionell mit der Sprache und Expression des Individuums in Verbindung. Störungen im Ausdruck als auch in der Sprache, Atemrestriktion und Gefühle wie „der Hals ist wie zugeschnürt“ als auch andere Veränderungen der freien Entfaltung des Individuum verändern die vordere Spannung im Halsbereich. Der vordere und hintere Halsbereich sind neuronal direkt verschaltet, weshalb es unabdingbar ist dies in einer umfänglichen Therapie zu berücksichtigen.
Atemübungen sind ein elementarer Bestandteil von Kriya-Yoga. Die Hauptzielsetzung im Kriya-Yoga ist die geistige Erleuchtung*. Es gibt aber weiter wichtige Effekte. In kleinen Studien konnte gezeigt werden, dass diese Atemtechnik bei Angst und Depression hilft. Eine neue Studie hat dies nun genauer untersucht.
Inhaltsverzeichnis
*In den östlichen Meditationsschulen ist Erleuchtung die Spitze der menschlichen Entwicklung. Diese volle Entfaltung des menschlichen Potenzials wird auch Buddha Natur genannt.
Viele Menschen suchen Hilfe bei Depression und Angstzuständen. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, welche Techniken nachhaltig wirken. Untersucht wurden eine spezielle Kriya-Yoga Atemtechnik. Kann die Sudarshan Kriya Yoga (SKY) bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Angstzuständen und Depressionen helfen?
In beiden Studien wurden eine große Gruppe mit den Übungen angesprochen. Schon viele kleine Studien zeigten die Wirkung von Kriya-Yoga. Beide Studien zeigen auf, die Atemtechniken helfen bei Angst und Depression. Studie I spricht von einem immensen Potenzial bei der Behandlung. Studie II zeigt klinisch bedeutsame Veränderungen bei 74,6 % der Teilnehmer. Es wird als therapeutische Option in größerem Umfang empfohlen.
Ein weiterer Vorteil ist die Einsatzmöglichkeit bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen körperlichen Fähigkeiten.
Kriya-Yoga erlernen
Du kannst bei mir diese Yoga Technik erlernen. Buche über das Kontaktformular:
Störungen im Bewegungsablauf des Schultergelenkes sind für die Funktion des Gelenkes funktionell von großer Bedeutung. Eine solche Störung führt zu echten und massiven Problemen im Gelenk, in den Strukturen des Schultergürtels, im Nacken und in der Halswirbelsäule. Häufig mitbetroffen sind die Kaumuskulatur und es kann auch zu Kopfschmerzen kommen.
Inhaltsverzeichnis
Doch es gibt wenige wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser Problemstellung. Dies ist sehr verwunderlich, denn die Einschränkung der Bewegung gehört zu den basalen Kenntnissen in der Physiotherapie. Hier heißt sie dann fachlich korrekt Veränderung des Humero-Scapulo-Thorakalen-Rhythmus:
Armbewegung benötigt mehr als das Schultergelenk
Dieser Bewegungszusammenhang heißt humero-scapulo-thorakaler-Rhythmus oder als nicht vollständige Kurzform scapulohumeraler Rhythmus. Das steht für Oberarm (humero) und Schulterblatt (scapulo). Das Schulterblatt wiederum bildet mit dem Schlüsselbein (Clavicula) den Schultergürtel. Wenn der Arm sich hebt, dann senkt und dreht sich das Schulterblatt, damit die Schulterblattpfanne in die richtige Richtung zeigen kann.
Häufig, wird dieser Vorgang aber nur mechanisch betrachtet. Er ist, wie überhaupt alle weiterlaufenden Bewegungen und Muskelaktivierungen, funktionell zu verstehen. So kann der Arm trotz eines unglaulichen Bewegungsumfanges unglaubliche Kräfte übertragen (tragen, heben, stoßen, ziehen,…).
Jeder Mensch ist individuell
Der Rhythmus ist individuell. Er ist abhängig von den Längen, Breiten und Tiefen der individuellen Person. Insbesondere die Brustkorbtiefe zur -breite spielt eine wichtige Rolle: Der sagittotransversaler Thoraxdurchmesser zum frontotransversalen Thoraxdurchmesser sollte idealerweise vier zu fünf betragen.
Geschmeidigkeit und Bewegungsweite
Des Weiteren spielt die Flexibilität eine große Rolle:
Besonders die Geleitfähigkeit des Schulterblattes auf der Brustkorbunterlage kann in zwei Verschiebeschichten limitiert sein. Eine solche Verklebung kann man durch Mobilisationsübungen beheben oder durch manuelle Griffe.
Die vielen zweigelenkigen Muskeln neigen zum Teil zur Verkürzung. Der M. Trapezius im oberen Anteil gehört besonders dazu. Aber auch eingelenkige können stark verkürzen. Besonders der M. Pectoralis minor zieht den Schultergürtel dann nach vorn.
die Muskeln
Die Muskelkraft und -koordination sind ein weiterer Faktor für einen reibungslosen Ablauf der gemeinsamen Bewegungen von Arm, Schulter und Rumpf.
Aus verschienden Gründen kann schon die Grundstellung des Schulterblattes verändert sein. Die Schulter kann hochstehen, das Schulterblatt kann zu stark nach innen oder außen gedreht sein oder es fehlt der Kontakt zum Rumpf (Skapula alata).
Bewegungsspiel
Bei der Armhebung und Abspreizung ist eine koordinierte Bewegung des Oberarmknochens, des Schulterblatts und des Schlüsselbeins erforderlich. Sie beginnt bei 30°. Bei 90° ist sie zwingend erforderlich. Um die vollen 180° zu erreichen, ist auch die weiterlaufende Bewegung im Brustkorb notwendig. Bei beidseitiger Armhebung kommt es zu einer weiterlaufenden Bewegung in die Lendenwirbelsäule.
Dieses Bewegungsspiel ist eine Zusammenarbeit aller motorischen Faktoren mit dem neuronalen Netzwerk. Auch hier gibt es viele Faktoren, welche die Bewegung verändern können.
Schultergelenk: Störung des Bewegungsablaufes durch die neuronale Verarbeitung.
Ein gestörter skapulohumeraler Rhythmus ist ein starker Hinweis auf eine Pathologie. Bevor es zu nachhaltigen Störungen im Schultergelenk kommt, kann man dies schon frühzeitig an der dynamischen Funktion sehen.
Ebendiese Muskeln sind hauptverantwortlich für die Bewegung des Schulterblattes bei der Armhebung.
Fazit
Bei der Messung der Armhebung zeigt sich eine Abschwächung des unteren M. Trapezius und de M. Serratus anterior. Die Detonisierung des oberen M. Trapezius und die Kräftigung des unteren M. Trapezius sowie des M. Serratus anterior ist also zielführend.
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