Was macht geriatrische Befunde so besonders?
Geriatrische Befunde sind weit mehr als eine reine medizinische Dokumentation. Sie erfassen nicht nur die körperlichen und geistigen Funktionen, sondern rücken vor allem die Alltagsrelevanz und die individuelle Lebensqualität der Patient:innen ins Zentrum. Dadurch ermöglichen sie eine ganzheitliche Betrachtung des Gesundheitszustands und unterstützen gezielt die Selbstständigkeit im Alter1.
Erst durch klicken baut sich eine Verbindung zu YouTube auf.
Hinweis zu meinen Artikeln:
Meine Artikel für Dich sind keine schnellen und oberflächlichen Nachrichten. Statt eines kurzen Tweets oder eines kurzen Statusupdate erhälst Du bei mir einen ganzen Artikel mit viel Detailinformationen. Zudem gibt es bei gesundheitlichen Problemen selten eine einfache und schnelle Lösung. Der menschliche Organismus ist hochkomplex und da ist schon die Reduktion in einzelne Artikel schwierig.
Wie auch in meinen Artikeln so ist auch meine Therapie. Ich nehme mir Zeit für die Befundung, die Therapie, die Übungen, die Alltags- und Gebrauchsbewegungen und selbstverständlich auch die methodische und didaktische Vermittlung. Meine PatientInnen schätzen genau das: Sehr genau und ganz exakt, dabei sanft und immer herzlich, ganz nach meinem Motto in der Therapie: „Fühle Dein Wesen in Bewegung und erlebe Dein Sein in der Therapie“.
Einige Bilder sind mit AI erstellt. Ich möchte den Text illustrieren, aber ich schätze die Privatsphäre von Bewohnern und Mitarbeitern.
Inhaltsverzeichnis
Beispiel 1: Frau Schmidt – Wie Alltagsrelevanz sichtbar wird

Frau Schmidt, 82 Jahre, lebt allein und hat nach einem Sturz Schwierigkeiten, sich sicher in ihrer Wohnung zu bewegen. Während ein klassischer medizinischer Befund sich auf die Diagnose „Hüftfraktur nach Sturz“ beschränkt, prüft der geriatrische Befund, ob Frau Schmidt noch selbstständig einkaufen, kochen oder duschen kann – und wie ihr soziales Umfeld sie unterstützt. So wird gemeinsam mit ihr und ihren Angehörigen ein Plan entwickelt, wie sie trotz Einschränkungen weiterhin möglichst selbstbestimmt leben kann1.
Beispiel 2: Herr Meier – Kognition und Alltagskompetenz im Fokus
Herr Meier, 78 Jahre, leidet an Diabetes und leichter Demenz. Während der klassische Befund die Blutzuckerwerte und die kognitive Einschränkung dokumentiert, fragt der geriatrische Befund nach, wie Herr Meier seinen Alltag meistert. Kann er seine Medikamente selbst einnehmen? Findet er sich in seiner Umgebung zurecht? Wer unterstützt ihn bei Arztbesuchen? Diese Fragen helfen, gezielt Unterstützung zu organisieren und die Lebensqualität zu erhalten1.
Negativbeispiel: Was passiert, wenn nicht richtig befundet wird?
Herr Müller, 85 Jahre, wird nach einem leichten Sturz im Krankenhaus behandelt. Die medizinische Diagnose lautet „Prellung“, eine geriatrische Befunderhebung findet nicht statt. Nach der Entlassung wird Herr Müller allein gelassen. Seine zunehmenden Schwierigkeiten beim Gehen, die Angst vor weiteren Stürzen und die Einsamkeit in seiner Wohnung bleiben unerkannt. Die Folge: Er zieht sich immer mehr zurück, verliert die Freude am Leben und wird schließlich pflegebedürftig. Hätte ein geriatrischer Befund die Alltagsrelevanz und die psychosozialen Aspekte erfasst, hätte gezielte Unterstützung und Prävention helfen können, seine Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten1.

Das Risiko für Stürze wird frühzeitig erkannt und gezielt reduziert.
Need for Care
Pflegebedarf kann rechtzeitig eingeschätzt und passende Maßnahmen eingeleitet werden.
Social Isolation
Soziale Isolation wird erkannt, um Teilhabe und Lebensqualität zu fördern.
Cognitive Impairment
Kognitive Einschränkungen werden diagnostiziert, um gezielte Förderung und Therapie zu ermöglichen.
Multimorbidity
Das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Erkrankungen wird umfassend erfasst und berücksichtigt.
Depression
Psychische Belastungen wie Depressionen werden frühzeitig erkannt und behandelt.
Medication Issues
Probleme mit Medikamenten, wie Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen, werden identifiziert und behoben.
Mobility Limitations
Einschränkungen der Mobilität werden erkannt, um gezielt gegenzusteuern.
Nutritional Problems
Ernährungsprobleme werden aufgedeckt, um Mangelernährung vorzubeugen.
Warum geriatrische Befunde unverzichtbar sind
Geriatrische Befunde schaffen eine Brücke zwischen medizinischer Diagnostik und dem tatsächlichen Leben der Patient:innen. Sie machen den Unterschied zwischen bloßer Behandlung und echter Lebenshilfe. Die frühe Erkennung von Risiken und die gezielte Förderung der Selbstständigkeit helfen, Stürze, Pflegebedarf und soziale Isolation zu vermeiden1.

Geriatrische vs. klassische Befunde: Wo liegen die Unterschiede?
Während klassische medizinische Befunde sich meist auf die Diagnose und Behandlung einzelner Erkrankungen konzentrieren, berücksichtige ich als Geriater die Multimorbidität und die komplexen Wechselwirkungen verschiedener Gesundheitsprobleme im Alter. Ich analysiere, wie sich diese auf Selbstständigkeit, Mobilität und die Teilhabe am sozialen Leben auswirken1.
Ganzheitlichkeit ist Pflicht, nicht Kür
Eigentlich sollte jeder Befund – egal in welchem Fachgebiet – den ganzen Menschen im Blick haben. Gerade in der Geriatrie ist das unverzichtbar: Hier mischen sich mein Fachwissen, jahrelange Erfahrung und die Fähigkeit, auch die leisen Zwischentöne wahrzunehmen. Am Anfang arbeitete ich mit Zetteln und Checklisten, doch mit der Zeit wurde mir klar: Das genaue Hinsehen und Zuhören sind elementar. Oft sind es kleine Hinweise im Gespräch oder im Verhalten, die entscheidende Informationen liefern.

Spannender Fakt: Die „sechs geriatrischen Is“
Wussten Sie, dass es in der Geriatrie die sogenannten „sechs Is“ gibt? Sie helfen mir, nichts Wichtiges zu übersehen und das Leben meiner Patient:innen wirklich ganzheitlich zu erfassen. Jeder dieser Begriffe steht für eine der häufigsten und wichtigsten Einschränkungen im Alter2:
Immobilität
Ich prüfe, ob meine Patient:innen sich noch selbstständig bewegen können oder auf Hilfsmittel angewiesen sind. Immobilität erhöht das Risiko für Stürze, Thrombosen und den Verlust der Selbstständigkeit2.
Instabilität
Instabilität meint Unsicherheit beim Stehen oder Gehen. Sie ist ein Warnsignal für Sturzgefahr und kann viele Ursachen haben, etwa Muskelschwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten2.
Inkontinenz
Viele ältere Menschen verlieren die Kontrolle über Blase oder Darm. Das ist nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein psychisches Problem, das zur sozialen Isolation führen kann2.
Intellektueller Abbau
Damit ist die Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten gemeint, etwa durch Demenz. Ich achte auf Gedächtnis, Orientierung und Konzentration – denn kognitive Einschränkungen wirken sich massiv auf den Alltag aus2.
Insomnie
Insomnie ist der medizinische Begriff für Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen. Sie äußert sich durch Probleme beim Ein- oder Durchschlafen und kann zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Depressionen führen. Chronische Insomnie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich3.
Iatrogene Probleme
Als iatrogen werden gesundheitliche Probleme bezeichnet, die durch medizinische Maßnahmen entstehen – zum Beispiel Nebenwirkungen von Medikamenten oder Komplikationen nach ärztlichen Eingriffen. Besonders im Alter ist die Gefahr für solche Komplikationen erhöht, etwa durch Wechselwirkungen vieler Medikamente oder Dosierungsfehler4.

Wissenschaftlicher Beweis für den Mehrwert
Bereits in den 1980er Jahren zeigte eine große Studie von Rubenstein et al., dass das geriatrische Assessment – also die ganzheitliche, strukturierte Befunderhebung – die Lebensqualität und die medizinische Versorgung älterer Menschen signifikant verbessert5. Moderne Leitlinien fordern deshalb ausdrücklich einen mehrdimensionalen, interdisziplinären Ansatz1. Die Wissenschaft bestätigt also, was ich in der Praxis täglich erlebe: Nur ein umfassender Blick auf Körper, Geist, Psyche und soziales Umfeld ermöglicht wirklich gute Therapieentscheidungen.
Praxisbeispiel: Der Unterschied im Alltag
Herr Weber, 79, kommt wegen Rückenschmerzen in die Praxis. Ein klassischer Befund würde sich auf die Wirbelsäule und die Schmerzskala konzentrieren. Das geriatrische Assessment geht weiter: Ich frage nach Sturzrisiko, Medikamenten, Schlaf, Stimmung, Ernährung und sozialer Einbindung. So stellt sich heraus, dass Herr Weber nachts schlecht schläft, tagsüber müde ist und deshalb unsicher auf den Beinen steht. Erst die Gesamtschau ermöglicht eine gezielte, nachhaltige Behandlung – und verhindert womöglich den nächsten Sturz.
Negativbeispiel: Wenn Ganzheitlichkeit fehlt
Frau Berger, 84, wird nach einem Sturz ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose lautet „Oberschenkelhalsfraktur“, die Operation verläuft erfolgreich. Doch niemand fragt, warum sie gestürzt ist, ob sie zu Hause Unterstützung hat oder wie es um ihre Ernährung und ihr Gedächtnis steht. Nach der Entlassung bleibt sie allein, baut körperlich ab und wird innerhalb weniger Monate pflegebedürftig. Ein ganzheitlicher geriatrischer Befund hätte hier frühzeitig Risiken erkannt und gezielte Hilfen ermöglicht1.
Fazit: Hinsehen und Hinhören sind elementar
Die beste Checkliste ersetzt nicht das offene Gespräch, das genaue Beobachten und das Zusammenspiel von Erfahrung und Fachwissen. Geriatrische Befunde sind dann am wertvollsten, wenn sie das ganze Leben eines Menschen im Blick behalten – und nicht nur einzelne Diagnosen abhaken. Genau das macht den Unterschied für die Lebensqualität im Alter aus1.

Multimorbidität verstehen: Warum Alltag und Alter untrennbar sind
Im Alter treten häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf. Multimorbidität bedeutet das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer chronischer Erkrankungen, die sich gegenseitig beeinflussen und komplexe Auswirkungen auf den Alltag haben6. Die Herausforderung besteht darin, die Auswirkungen dieser Erkrankungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens zu erkennen und gezielt zu adressieren. Nur so kann die Lebensqualität erhalten und die Selbstständigkeit gefördert werden.
Auswirkungen auf den Alltag
Multimorbidität führt zu Einschränkungen bei einfachen und komplexen Aktivitäten des täglichen Lebens, wie Körperpflege, Kochen, Einkaufen und sozialer Teilhabe. Die Betroffenen müssen viele gesundheitliche Aktivitäten in ihren Alltag integrieren, etwa die Einnahme mehrerer Medikamente, regelmäßige Messungen und Arztbesuche, was eine hohe organisatorische und psychische Belastung darstellt7.
Erhöhte Risiken durch Multimorbidität
Die gleichzeitige Präsenz mehrerer Erkrankungen erhöht das Risiko für Komplikationen, Pflegebedarf und soziale Isolation. Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten und Erkrankungen können zu Behandlungsfehlern und Komplikationen führen, die die Gesundheit weiter beeinträchtigen7. Übersehene Begleitprobleme führen häufig zu Krankenhauseinweisungen oder verlängern stationäre Aufenthalte8.
Die Bedeutung des geriatrischen Assessments
Ein geriatrisches Assessment identifiziert frühzeitig Risikofaktoren und ermöglicht gezielte Interventionen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patient:innen abgestimmt sind. Es unterstützt die Koordination der komplexen Versorgung und trägt dazu bei, die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität zu erhalten8.
Wissenschaftliche Evidenz
Studien zeigen, dass eine Behandlung, die auf einem Comprehensive Geriatric Assessment (CGA) basiert, die Funktionsfähigkeit älterer Menschen erhält und die Komplikationsrate senkt. Dies führt zu einer verbesserten Versorgung und einem längeren Erhalt der Selbstständigkeit5.
Praxisbezug und interdisziplinäre Versorgung
Multimorbide Patient:innen benötigen eine koordinierte, interdisziplinäre Versorgung, die ihre komplexen Bedürfnisse berücksichtigt. Dies umfasst die Zusammenarbeit von Hausärzt:innen, Fachärzt:innen, Therapeut:innen und Pflegekräften, um eine ganzheitliche Betreuung sicherzustellen6.

Physiotherapie für Senior:innen: Was wird untersucht?
Physiotherapie für ältere Menschen ist weit mehr als nur Bewegungstraining – sie ist ein Schlüssel zu Selbstständigkeit, Lebensfreude und Sicherheit im Alltag. Im Zentrum der physiotherapeutischen Befunderhebung stehen die körperlichen Funktionen wie Mobilität, Kraft, Gleichgewicht und Schmerz. Ziel ist es, die Bewegungsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern und Stürze zu vermeiden9.
Die motorischen Beanspruchungsformen – ein ganzheitlicher Blick
In der Physiotherapie werden alle motorischen Fähigkeiten betrachtet, die für die Alltagsbewältigung entscheidend sind:
- Kraft: Essenziell für Aufstehen, Gehen, Tragen und Treppensteigen. Krafttraining beugt Muskelschwund (Sarkopenie) vor und stabilisiert die Gelenke10.
- Beweglichkeit: Ermöglicht große, schmerzfreie Bewegungsradien. Dehnübungen und Mobilisationstechniken erhalten die Gelenkfunktion und verhindern Bewegungseinschränkungen10.
- Gleichgewicht: Eine gute Balance schützt vor Stürzen und gibt Sicherheit im Alltag. Gleichgewichtsübungen trainieren das Zusammenspiel von Muskeln, Nerven und Sinnen10.
- Koordination: Wichtig für komplexe Bewegungen wie Gehen auf unebenem Boden oder das Anziehen. Koordinationsübungen fördern das Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen11.
- Ausdauer: Unterstützt Herz und Kreislauf, ermöglicht längere Spaziergänge und fördert die allgemeine Belastbarkeit10.
- Schnelligkeit: Auch im Alter wichtig, etwa um auf Stolperfallen oder Gleichgewichtsstörungen schnell reagieren zu können11.
- Zeit- und Raumorientierung: Wer sich sicher im eigenen Zuhause und in der Umgebung bewegen kann und weiß, wann und wohin er gehen muss, bleibt länger selbstständig. Die Orientierung ist ein oft unterschätzter, aber zentraler Aspekt der Mobilität im Alter12.

Standardisierte Tests: Objektive Messung für mehr Sicherheit
Um Fortschritte und Risiken gezielt zu erfassen, kommen in der Geriatrie bewährte Tests zum Einsatz:
Tinetti-Test
Der Tinetti-Test prüft Gleichgewicht und Gang in zwei Teilen: Teil 1 bewertet das Gleichgewicht beim Sitzen, Aufstehen, Stehen (auch mit geschlossenen Augen), Drehen und bei kleinen Stößen gegen den Oberkörper. Teil 2 analysiert das Gangbild, darunter Schrittlänge, -symmetrie, -höhe und Rumpfstabilität. Die maximale Punktzahl beträgt 28; je niedriger das Ergebnis, desto höher das Sturzrisiko. Der Test dauert meist weniger als fünf Minuten und ist wissenschaftlich validiert für die Sturzprognose im Alter13.
Timed Up and Go Test (TUG)
Beim TUG sitzt die Person auf einem Stuhl, steht auf, geht drei Meter, wendet und setzt sich wieder. Die Zeit wird gemessen: Unter 10 Sekunden gilt als normal, ab 20 Sekunden besteht eine relevante Mobilitätseinschränkung. Der Test bewertet nicht nur Mobilität, sondern auch Kraft, Gleichgewicht, Koordination und Orientierung im Raum. Er ist einfach, schnell und praxistauglich – und gibt einen sehr guten Hinweis auf die Alltagsmobilität13.
Weitere Assessments
Ergänzend werden der Romberg-Test (Gleichgewicht mit geschlossenen Augen), Handkraftmessungen (zur Früherkennung von Muskelschwäche) oder Ausdauertests wie der 6-Minuten-Gehtest eingesetzt10.
Technologische Innovationen: Sensoren für die Zukunft
Moderne Sensoren und Wearables revolutionieren die Diagnostik: Sie messen Bewegungsabläufe, Gleichgewicht und Kraft im Alltag – nicht nur in der Praxis. Sensorsohlen erfassen beispielsweise Druck- und Temperaturveränderungen an den Füßen und können drohende Komplikationen frühzeitig anzeigen. KI-basierte Wearables überwachen Bewegungsmuster und warnen bei Sturzgefahr oder Thromboserisiko14. So werden Therapie und Prävention noch individueller und sicherer.
Warum Ganzheitlichkeit zählt – und Freude macht
Die physiotherapeutische Befunderhebung ist wie eine kleine Entdeckungsreise: Sie beleuchtet nicht nur die körperlichen Fähigkeiten, sondern auch die Persönlichkeit, die Alltagsgewohnheiten und die Lebensfreude der Patient:innen. Wer regelmäßig an individuell angepassten Programmen teilnimmt, bleibt länger selbstständig, leidet seltener an Schmerzen und gewinnt an Lebensqualität. Die beste Physiotherapie ist immer ganzheitlich, individuell – und manchmal auch überraschend kreativ10.

Die geriatrische Anamnese: Was ist wichtig?
Die Anamnese ist das Herzstück jeder geriatrischen Untersuchung. Sie geht weit über das bloße Erfassen von Symptomen hinaus: Sie umfasst die individuellen Beschwerden, die aktuelle Lebenssituation, die Ressourcen und Wünsche der Patient:innen sowie deren funktionellen, kognitiven und psychosozialen Status15. Eine sorgfältige Anamnese ist die Grundlage für eine gezielte Therapieplanung und ermöglicht eine individuelle Betreuung, die auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten älterer Menschen abgestimmt ist16.
Was wird in der geriatrischen Anamnese erfasst?
- Medizinische Vorgeschichte: Frühere und aktuelle Erkrankungen, Operationen, Impfstatus und relevante Behandlungen werden erfragt. Auch seltene oder veraltete Therapieformen sowie Nebenwirkungen werden berücksichtigt17.
- Medikamentenanamnese: Alle aktuell und früher eingenommenen Medikamente, inklusive Selbstmedikation und Nahrungsergänzungsmittel, werden dokumentiert. Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind häufige Probleme im Alter17.
- Funktioneller Status: Wie selbstständig ist die Person im Alltag? Kann sie sich waschen, anziehen, essen, einkaufen oder telefonieren? Hier kommen Instrumente wie der Barthel-Index oder der Timed Up and Go Test zum Einsatz16.
- Kognitive und emotionale Situation: Gedächtnis, Orientierung, Stimmung und Motivation werden erfasst, z.B. mit dem Mini-Mental State Test oder der Geriatrischen Depressionsskala16.
- Sozialanamnese: Wohnsituation, soziale Kontakte, familiäre Unterstützung, finanzielle Ressourcen und Zugang zu Hilfsmitteln oder Pflege werden besprochen17.
- Ressourcen und Wünsche: Welche Stärken, Interessen und Ziele hat die Person? Was ist ihr im Alltag besonders wichtig? Diese Fragen helfen, Therapieziele individuell zu setzen und die Lebensqualität zu fördern16.
Fallbeispiel 1: Der entscheidende Hinweis
Frau L., 84 Jahre, berichtet über zunehmende Schwäche. Im Gespräch stellt sich heraus, dass sie seit dem Tod ihres Mannes kaum noch isst und sich sozial zurückgezogen hat. Die Anamnese deckt eine depressive Verstimmung und Mangelernährung auf – beides wäre ohne gezieltes Nachfragen leicht übersehen worden. Erst durch die ganzheitliche Anamnese kann ein passender Therapieplan entwickelt werden, der Ernährung, Bewegung und soziale Teilhabe fördert16.
Fallbeispiel 2: Ressourcen erkennen und nutzen
Herr K., 79 Jahre, lebt allein, ist aber noch sehr aktiv im Garten. Die Anamnese zeigt: Trotz einer Herzerkrankung kann er viele Alltagsaktivitäten selbstständig bewältigen, braucht aber Unterstützung bei der Medikamenteneinnahme und gelegentlich beim Einkaufen. Die gezielte Erfassung seiner Ressourcen ermöglicht eine maßgeschneiderte Betreuung, die seine Selbstständigkeit erhält und Überforderung vermeidet16.
Wissenschaftliche Evidenz und Empfehlungen
Studien und Leitlinien belegen: Eine strukturierte, multidimensionale Anamnese ist essenziell für die erfolgreiche geriatrische Versorgung. Sie bildet die Basis für das Comprehensive Geriatric Assessment (CGA), das medizinische, funktionelle, kognitive und psychosoziale Aspekte systematisch erfasst und als Grundlage für Therapie und Prognose dient18. Nur durch diese umfassende Herangehensweise können Risiken frühzeitig erkannt, Ressourcen gestärkt und die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig verbessert werden15.

Mobilität, Kraft, Gleichgewicht & Schmerz: Was wird gemessen?
Mobilität, Muskelkraft, Gleichgewicht und Schmerz sind zentrale Parameter im geriatrischen Befund. Sie geben Aufschluss über die Selbstständigkeit, das Sturzrisiko und die Lebensqualität älterer Menschen. Um diese Faktoren objektiv zu erfassen und den Therapieerfolg zu dokumentieren, werden wissenschaftlich validierte und standardisierte Tests eingesetzt19. Die Auswahl der Tests richtet sich nach den individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen der Patient:innen – so entsteht ein ganzheitliches Bild, das weit über eine reine Symptombeschreibung hinausgeht.
Mobilität: Mehr als nur Gehen
Die Mobilität umfasst alle Fähigkeiten, sich sicher und selbstständig fortzubewegen. Sie ist Voraussetzung für die Teilhabe am Alltag und für die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. Standardisierte Mobilitätstests wie der Tinetti-Test und der Timed Up and Go Test sind in der Geriatrie etabliert20.
Tinetti-Test
Der Tinetti-Test (Performance Oriented Mobility Assessment) prüft in zwei Teilen das Gleichgewicht (z. B. beim Sitzen, Aufstehen, Stehen, Drehen) und das Gangbild (Schrittlänge, Symmetrie, Wegabweichung, Rumpfstabilität). Die maximale Punktzahl beträgt 28; je niedriger das Ergebnis, desto höher das Sturzrisiko. Der Test ist wissenschaftlich validiert und dauert meist weniger als fünf Minuten21.
Timed Up and Go Test (TUG)
Beim TUG sitzt die Person auf einem Stuhl, steht auf, geht drei Meter, wendet und setzt sich wieder. Die Zeit wird gemessen: Unter 10 Sekunden gilt als normal, ab 20 Sekunden besteht eine relevante Mobilitätseinschränkung. Der Test ist einfach, schnell und gibt einen sehr guten Hinweis auf die Alltagsmobilität und das Zusammenspiel von Kraft, Gleichgewicht, Koordination und Orientierung21.
Kraft: Grundlage für Selbstständigkeit
Muskelkraft ist entscheidend für Aufstehen, Gehen, Tragen und Treppensteigen. Die Handkraftmessung ist ein bewährter Test zur Früherkennung von Muskelschwäche (Sarkopenie), die mit erhöhter Gebrechlichkeit und Sturzgefahr einhergeht22.
Gleichgewicht: Balance als Lebensversicherung
Gleichgewichtsübungen und -tests (z. B. Tandemstand, Romberg-Test) geben Hinweise auf das Sturzrisiko. Schon kleine Defizite können im Alltag gravierende Folgen haben – deshalb wird das Gleichgewicht regelmäßig überprüft und gezielt trainiert19.
Schmerz: Subjektiv, aber messbar
Schmerz beeinflusst Mobilität und Lebensqualität erheblich. In der Geriatrie werden standardisierte Schmerzskalen wie die numerische Ratingskala (NRS) oder die visuelle Analogskala (VAS) eingesetzt, um Schmerzen systematisch zu erfassen und die Wirksamkeit von Therapien zu überprüfen23.
Ganzheitliche Bewertung und individuelle Anpassung
Die Auswahl und Kombination der Tests erfolgt immer individuell. Sie berücksichtigt die kognitiven und körperlichen Fähigkeiten, die Wohnsituation und die persönlichen Ziele der Patient:innen. Nur so kann die Therapie optimal angepasst und der Alltag nachhaltig verbessert werden19.

Realistische Ziele in der Geriatrie: Was ist möglich?
In der Geriatrie steht nicht das abstrakte Ideal im Mittelpunkt, sondern das, was für die einzelne Person im Alltag tatsächlich erreichbar und bedeutsam ist. Die Zielsetzung orientiert sich an den individuellen Möglichkeiten, Ressourcen und Wünschen der Patient:innen. Gemeinsam mit ihnen und ihren Angehörigen wird geprüft, welche Fortschritte realistisch sind und wie die Selbstständigkeit im Alltag erhalten oder sogar verbessert werden kann24.
Individuelle Zielsetzung – ein gemeinsamer Prozess
Jede Therapieplanung beginnt mit der Frage: Was ist für Sie persönlich im Alltag wichtig? Geht es darum, wieder selbstständig einkaufen zu können, Treppen zu steigen oder einfach schmerzfrei zu sitzen? Die Antworten sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Die Ziele werden gemeinsam festgelegt und regelmäßig überprüft – denn sie können sich im Krankheitsverlauf oder mit neuen Lebensumständen ändern25.
Was ist realistisch? – Beispiele aus der Praxis
- Frau S., 87 Jahre: Nach einem Oberschenkelhalsbruch ist das Ziel nicht, wieder Marathon zu laufen, sondern ohne Angst und möglichst ohne Hilfsmittel durch die eigene Wohnung zu gehen und im Garten zu sitzen.
- Herr T., 80 Jahre: Mit fortschreitender Demenz ist das Ziel, sich weiterhin im vertrauten Umfeld zurechtzufinden, die Tagesstruktur zu behalten und bei der Körperpflege so viel wie möglich selbst zu übernehmen.
- Frau M., 75 Jahre: Nach einem Schlaganfall ist das Ziel, wieder eigenständig essen und trinken zu können und an Gesprächen mit der Familie teilzunehmen.
Therapieplanung: Ressourcen stärken, Überforderung vermeiden
Die Therapie orientiert sich an den vorhandenen Stärken und vermeidet Überforderung. Kleine, erreichbare Schritte sind oft motivierender als große, unrealistische Ziele. Die Einbindung von Angehörigen und Pflegepersonen ist dabei ebenso wichtig wie die regelmäßige Anpassung der Ziele an die aktuelle Lebenssituation26.
Wissenschaftliche Evidenz
Studien zeigen, dass eine partizipative Zielsetzung – also das gemeinsame Festlegen von Zielen durch Patient:in, Angehörige und therapeutisches Team – die Motivation, die Lebensqualität und den Therapieerfolg in der Geriatrie deutlich verbessert. Leitlinien empfehlen ausdrücklich, Ziele regelmäßig gemeinsam zu überprüfen und an die sich verändernden Ressourcen und Wünsche anzupassen27.
Fazit: Lebensqualität im Mittelpunkt
Realistische Ziele in der Geriatrie sind so individuell wie die Menschen selbst. Sie entstehen im Dialog, berücksichtigen die Lebensgeschichte und die aktuelle Situation und setzen auf das, was im Alltag zählt: Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensfreude.

Ergotherapie für Senior:innen: Was wird geprüft?
Die Ergotherapie ist ein zentrales Element der geriatrischen Versorgung. Sie konzentriert sich auf die Erfassung und Förderung der Selbstversorgung, der Alltagskompetenz und der kognitiven Leistungen. Ziel ist es, Senior:innen dabei zu unterstützen, ihren Alltag möglichst selbstständig und sicher zu bewältigen28. Um dies zu erreichen, nutzt die Ergotherapie verschiedene standardisierte Instrumente wie den Barthel-Index oder den FIM-Score, die die Selbstständigkeit in den wichtigsten Lebensbereichen objektiv messbar machen29.
Der ergotherapeutische Befund: Was wird erfasst?
Im ergotherapeutischen Befund werden gezielt die Fähigkeiten in folgenden Bereichen untersucht:
- Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL): Dazu zählen grundlegende Aufgaben wie Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengang und Fortbewegung. Ziel ist es, die größtmögliche Selbstständigkeit in diesen Basisfunktionen zu erhalten oder wiederherzustellen28.
- Instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens (IADL): Hierzu gehören komplexere Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen, Haushaltsführung, Telefonieren oder das Management von Finanzen und Medikamenten. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für ein selbstbestimmtes Leben außerhalb von Pflegeeinrichtungen29.
- Kognitive Leistungen: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration, Orientierung und Problemlösefähigkeit werden überprüft. Einschränkungen in diesen Bereichen können die Alltagskompetenz stark beeinflussen und frühzeitig auf eine beginnende Demenz oder andere kognitive Störungen hinweisen30.
Alltagskompetenz und Kognition: Was ist wichtig?
Alltagskompetenz bedeutet, den Alltag eigenständig, sicher und strukturiert bewältigen zu können. Dazu gehören neben den motorischen Fähigkeiten auch die kognitiven Leistungen:
- Gedächtnis: Erinnern von Terminen, Namen, Abläufen.
- Konzentration: Fokussiertes Arbeiten an einer Aufgabe, auch bei Ablenkung.
- Orientierung: Sich in Zeit, Raum und Situation zurechtfinden.
Die regelmäßige Überprüfung dieser Fähigkeiten ist wichtig, um frühzeitig Unterstützungsbedarf zu erkennen und gezielt gegenzusteuern28. In der Praxis werden dafür wissenschaftlich anerkannte Tests eingesetzt, z. B. der Mini-Mental State Examination (MMSE) zur Erfassung kognitiver Defizite oder der Uhrentest, der besonders alltagsrelevante Fähigkeiten wie Planen und Ausführen prüft29.30
Teilhabe und Lebensqualität: Was können wir erreichen?
Die Ergotherapie verfolgt das Ziel, die Teilhabe am sozialen Leben und die Lebensqualität älterer Menschen zu erhalten oder zu verbessern. Dies geschieht durch gezielte Interventionen, die auf die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen der Patient:innen abgestimmt sind. Durch die Förderung von Selbstständigkeit und Alltagskompetenz können Stürze, Pflegebedarf und soziale Isolation wirksam vermieden werden31.
Förderung der sozialen Teilhabe
Soziale Teilhabe bedeutet, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ergotherapeutische Maßnahmen unterstützen Senior:innen dabei, Kommunikationsfähigkeiten zu erhalten, Freizeitaktivitäten nachzugehen und soziale Kontakte zu pflegen. Dies wirkt sich positiv auf das psychische Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit aus32.
Verbesserung der Alltagskompetenz
Die Alltagskompetenz umfasst die Fähigkeit, tägliche Aufgaben selbstständig zu bewältigen. Ergotherapie trainiert gezielt Fähigkeiten wie Ankleiden, Kochen, Haushaltsführung und Nutzung von Hilfsmitteln. Dies stärkt das Selbstvertrauen und die Unabhängigkeit im Alltag33.
Prävention von Stürzen und Pflegebedürftigkeit
Stürze sind eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen und Pflegebedürftigkeit im Alter. Ergotherapeutische Interventionen zielen darauf ab, Sturzrisiken zu minimieren, indem sie Gleichgewicht, Kraft und Reaktionsfähigkeit verbessern. Studien zeigen, dass gezielte Trainingsprogramme die Sturzrate signifikant senken können34.
Vermeidung sozialer Isolation
Soziale Isolation kann zu Depressionen, kognitivem Abbau und einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands führen. Ergotherapie fördert die soziale Integration durch Gruppenaktivitäten, Förderung von Kommunikationsfähigkeiten und Unterstützung bei der Nutzung digitaler Medien35.
Wissenschaftliche Evidenz
Eine Vielzahl von Studien belegt die Wirksamkeit ergotherapeutischer Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Förderung der Selbstständigkeit älterer Menschen. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass Ergotherapie die funktionellen Fähigkeiten verbessert und die Teilhabe am sozialen Leben stärkt36.
Praxisbeispiel: Frau H. gewinnt Lebensqualität zurück
Frau H., 82 Jahre, hatte nach einem Schlaganfall Schwierigkeiten, ihren Haushalt zu bewältigen und soziale Kontakte zu pflegen. Durch ein individuell angepasstes ergotherapeutisches Programm konnte sie ihre Alltagskompetenz verbessern, wieder selbstständig kochen und an Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen. Dies führte zu einer deutlichen Steigerung ihrer Lebenszufriedenheit und Selbstständigkeit37.
Fazit
Ergotherapie leistet einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung der Teilhabe und Lebensqualität im Alter. Durch individuelle, ganzheitliche Interventionen werden nicht nur Defizite ausgeglichen, sondern auch Ressourcen gestärkt, um ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Aufbau eines modernen geriatrischen Befunds: Was gehört dazu?
Ein moderner geriatrischer Befund ist weit mehr als eine reine Auflistung von Diagnosen. Er umfasst verschiedene Bereiche, die gemeinsam ein umfassendes und individuelles Bild der Patientin oder des Patienten zeichnen. Ziel ist es, nicht nur medizinische Fakten zu erfassen, sondern auch Ressourcen, Risiken und Potenziale für die Lebensqualität im Alter herauszuarbeiten. Die wichtigsten Domänen sind:
- Allgemeinzustand: Erfasst werden der körperliche und geistige Zustand, Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Temperatur), Bewusstseinslage, Sprache, Mimik und Stimmung. Hier zeigt sich, wie fit und belastbar eine Person insgesamt ist38.
- Mobilität und Körperliche Funktion: Beurteilt werden Gangbild, Gleichgewicht, Muskelkraft, Gelenkbeweglichkeit und die Fähigkeit, sich selbstständig fortzubewegen. Auch Sturzprophylaxe und Hilfsmittelbedarf werden dokumentiert39.
- Selbstversorgung und Alltagskompetenz: Hier stehen die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) wie Ankleiden, Waschen, Essen, aber auch komplexere Aufgaben wie Einkaufen oder Telefonieren (IADL) im Fokus. Hilfsmittelbedarf und Unterstützungsbedarf werden ebenfalls erfasst40.
- Kognition und Gedächtnis: Orientierung zu Person, Zeit und Raum, Gedächtnisleistung, Konzentration und Aufmerksamkeit werden geprüft. Standardisierte Tests wie der Mini-Mental State Examination (MMSE) oder Uhrentest kommen häufig zum Einsatz41.
- Emotion und Psychosoziales: Erfasst werden Stimmungslage, Antrieb, soziale Kontakte und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Auch Hinweise auf Depression, Angst oder soziale Isolation werden dokumentiert42.
- Schmerz und Symptome: Lokalisation, Intensität und Qualität von Schmerzen, aber auch andere belastende Symptome wie Atemnot, Schwindel oder Inkontinenz werden systematisch erfragt43.
- Ernährung und Allgemeinzustand: Ernährungszustand, Körpergewicht, Appetit, mögliche Schluckstörungen und Mangelernährung werden beurteilt. Auch der Flüssigkeitshaushalt wird berücksichtigt44.
- Medikation: Alle regelmäßig oder bedarfsweise eingenommenen Medikamente werden aufgelistet. Besonderes Augenmerk gilt der Polypharmazie, möglichen Wechselwirkungen und der richtigen Einnahme45.
Weitere ergänzende Domänen, die je nach individueller Situation einbezogen werden können, sind:
- Hautzustand (z. B. Dekubitusrisiko, Wundheilung)
- Wundmanagement (chronische Wunden, Verbände)
- Schlaf (Schlafqualität, Schlafstörungen)
- Seh- und Hörvermögen
- Schluckfunktion, Mundgesundheit
Bereiche des geriatrischen Befunds: Ein Überblick
| Bereich | Inhalte |
|---|---|
| Allgemeinzustand | Körperlicher und geistiger Zustand, Vitalzeichen, Bewusstseinszustand, Sprache, Mimik, Stimmung |
| Mobilität und Körperliche Funktion | Gang, Gleichgewicht, Muskelkraft, Gelenkbeweglichkeit, Sturzprophylaxe, Selbstständigkeit in der Mobilität |
| Selbstversorgung und Alltagskompetenz | ATL (z. B. Ankleiden, Waschen), IADL (z. B. Einkaufen, Telefonieren), Hilfsmittelbedarf |
| Kognition und Gedächtnis | Orientierung, Gedächtnisleistung, Konzentration, Aufmerksamkeit, kognitive Tests |
| Emotion und Psychosoziales | Stimmungslage, soziale Kontakte, Teilhabe an Aktivitäten |
| Schmerz und Symptome | Lokalisation und Intensität von Schmerzen, weitere Symptome (z. B. Atemnot, Schwindel) |
| Ernährung und Allgemeinzustand | Ernährungszustand, Körpergewicht, Appetit, Schluckstörungen |
| Medikation | Regelmäßige Medikamente, Polypharmazie, Wechselwirkungen |
| Zusammenfassung und Empfehlungen | Wichtigste Befunde, Empfehlungen für Pflege und Therapie, Zielsetzungen |
| Schritt-für-Schritt-Anleitung | Praktische Tipps zur Erstellung und Anwendung des Befunds |

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Befunderstellung
- Vorbereitung: Alle relevanten Unterlagen, Vorbefunde und Medikamente bereitlegen. Angehörige oder Bezugspersonen einbeziehen.
- Anamnese: Medizinische Vorgeschichte, aktuelle Beschwerden, Lebensumstände und Ressourcen erheben.
- Körperliche Untersuchung: Mobilität, Kraft, Gleichgewicht, Gelenkfunktionen, Schmerz und Hautzustand prüfen.
- Funktionelle Tests: Standardisierte Assessments (z. B. Barthel-Index, Tinetti-Test, MMSE) durchführen.
- Kognitive und emotionale Einschätzung: Orientierung, Gedächtnis, Stimmung und psychosoziale Situation erfassen.
- Ernährung und Medikation: Ernährungsstatus, Trinkverhalten und Medikamentenplan überprüfen.
- Zusammenfassung: Wichtigste Befunde und Risiken benennen, Ressourcen und Ziele festhalten.
- Empfehlungen: Konkrete Vorschläge für Therapie, Pflege, Hilfsmittel und weitere Diagnostik formulieren.
- Evaluation: Regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Befunds und der Maßnahmen.
Fazit
Ein moderner geriatrischer Befund ist die Basis für eine individuelle, ganzheitliche und zielgerichtete Versorgung älterer Menschen. Er fördert die Selbstständigkeit, deckt Risiken auf und gibt wertvolle Hinweise für die Therapieplanung – immer mit dem Ziel, die Lebensqualität im Alter bestmöglich zu erhalten46.

Zusammenfassung und Empfehlungen: Was tun mit den Befunden?
Nach der Befunderhebung werden die wichtigsten Ergebnisse verständlich zusammengefasst. Daraus leiten sich konkrete Empfehlungen für die weitere Pflege, Therapie und Alltagsgestaltung ab. Diese Empfehlungen sind praxisnah, individuell und berücksichtigen sowohl die medizinischen als auch die psychosozialen Bedürfnisse der Patient:innen. Besonders wichtig ist die enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten, um Überforderung zu vermeiden und Ressourcen optimal zu nutzen47.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Warum Teamwork zählt
Eine erfolgreiche geriatrische Versorgung lebt von der Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen: Physiotherapie, Ergotherapie, Pflege, Ärzt:innen und – je nach Bedarf – auch Sozialarbeit, Logopädie oder Ernährungsberatung. Jede Profession bringt ihre spezifischen Kompetenzen ein. Gemeinsam werden Ziele festgelegt, Maßnahmen abgestimmt und der Therapieerfolg regelmäßig überprüft48. Die interprofessionelle Zusammenarbeit umfasst regelmäßige Fallbesprechungen, gemeinsame Zielsetzung und Evaluation. Wissenschaftliche Studien belegen, dass interdisziplinäre Teams die Versorgungsqualität und das Wohlbefinden älterer Menschen signifikant verbessern49.
Warum sind geriatrische Befunde so wertvoll?
Geriatrische Befunde sind die Grundlage für eine individuelle, bedarfsgerechte und erfolgreiche Behandlung im Alter. Sie ermöglichen eine gezielte Therapieplanung, die auf die persönlichen Bedürfnisse und Ressourcen der Patient:innen eingeht. Ziel ist es, die Selbstständigkeit und die Teilhabe am sozialen Leben so lange wie möglich zu erhalten50. Metaanalysen zeigen, dass geriatrische Befunde und ein umfassendes Assessment die Institutionalisierungsrate senken, die Funktionsfähigkeit erhalten und die Lebensqualität verbessern. Besonders hervorzuheben ist die nachweisliche Reduktion von Mortalität und Delir-Risiko durch CGA-adaptierte Behandlung51.
Vorbeugung von Stürzen, Pflegebedarf und Isolation
Ein strukturierter geriatrischer Befund hilft, Risiken wie Stürze, Pflegebedarf und soziale Isolation frühzeitig zu erkennen. Durch gezielte Präventionsmaßnahmen, individuell abgestimmte Trainingsprogramme und die Einbindung von Angehörigen können viele negative Entwicklungen im Alter vermieden oder verzögert werden52.
Befundvorlage: So einfach geht’s
Für die praktische Anwendung steht eine erprobte Befundvorlage zur Verfügung. Sie kann als PDF oder Word-Datei heruntergeladen und individuell angepasst werden. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung unterstützt bei der Erstellung und Auswertung des geriatrischen Befunds – von der Erhebung bis zur Ableitung konkreter Maßnahmen53.

Fazit: Geriatrische Befunde – unverzichtbar für Lebensqualität
Geriatrische Befunde sind ein zentrales Instrument, um die Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alter zu sichern. Sie ermöglichen eine gezielte, individuelle und erfolgreiche Behandlung und fördern die Teilhabe am sozialen Leben. Sie motivieren Patient:innen, Angehörige und Therapeut:innen, gemeinsam an den Zielen zu arbeiten und das Leben im Alter aktiv zu gestalten54.
Anhang: Erläuterung zum geriatrischen Befund
Allgemeinzustand
Der Allgemeinzustand beschreibt den körperlichen und geistigen Gesundheitsstatus der Patient:innen. Hierzu zählen die Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Atmung, Temperatur), der Bewusstseinszustand sowie Sprache, Mimik und Stimmung. Diese Basisparameter geben einen ersten Eindruck von Belastbarkeit, Wohlbefinden und möglichen akuten oder chronischen Problemen55.
Mobilität und Körperliche Funktion
In diesem Abschnitt werden die Fähigkeiten zur selbstständigen Fortbewegung und körperlichen Aktivität beurteilt. Erfasst werden Gangbild, Gleichgewicht, Muskelkraft, Gelenkbeweglichkeit, Sturzprophylaxe und die Selbstständigkeit in der Mobilität. Standardisierte Tests wie der Tinetti-Test, der Timed Up and Go Test und die Handkraftmessung liefern objektive Daten zum Sturzrisiko und zur funktionellen Leistungsfähigkeit56.
Selbstversorgung und Alltagskompetenz
Hier steht die Fähigkeit im Mittelpunkt, Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) wie Waschen, Ankleiden, Essen und Toilettengang eigenständig zu bewältigen. Instrumentelle Aktivitäten (IADL) wie Einkaufen, Kochen, Haushaltsführung und Telefonieren werden ebenfalls berücksichtigt. Der Hilfsmittelbedarf wird erhoben, um die Selbstständigkeit optimal zu unterstützen. Objektive Instrumente wie der Barthel-Index und der FIM-Score helfen, die Alltagskompetenz zu erfassen57.
Kognition und Gedächtnis
Die kognitive Leistungsfähigkeit wird durch die Prüfung von Orientierung (Zeit, Ort, Person), Gedächtnisleistung, Konzentration und Aufmerksamkeit beurteilt. Standardisierte Tests wie der Mini-Mental State Examination (MMSE) und der Uhrentest dienen der systematischen Erfassung kognitiver Defizite. So können Unterstützungsbedarf und Frühzeichen einer Demenz frühzeitig erkannt werden58.
Emotion und Psychosoziales
Erfasst werden Stimmungslage, Motivation, soziale Kontakte und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Hinweise auf Depression, Angst oder soziale Isolation werden dokumentiert, um frühzeitig psychosoziale Interventionen einzuleiten. Die psychosoziale Situation ist ein zentraler Bestandteil des ganzheitlichen geriatrischen Befunds59.
Schmerz und Symptome
Die Lokalisation, Intensität und Qualität von Schmerzen werden systematisch mit Hilfe von Skalen wie der numerischen Ratingskala (NRS) oder der visuellen Analogskala (VAS) erfasst. Weitere Symptome wie Atemnot, Schwindel oder Inkontinenz werden ebenfalls dokumentiert, um ein umfassendes Bild der gesundheitlichen Situation zu erhalten60.
Ernährung und Allgemeinzustand
Der Ernährungszustand wird anhand von Körpergewicht, Body-Mass-Index (BMI), Gewichtsverlauf, Appetit und Flüssigkeitszufuhr beurteilt. Schluckstörungen und Mangelernährung werden durch standardisierte Screenings wie das Mini Nutritional Assessment (MNA) erkannt. Eine gute Ernährung ist entscheidend für die allgemeine Gesundheit und die Genesung61.
Medikation
Alle regelmäßig oder bedarfsweise eingenommenen Medikamente werden dokumentiert. Besonderes Augenmerk gilt Polypharmazie, möglichen Wechselwirkungen und der korrekten Einnahme. Die Medikation wird regelmäßig überprüft, um Risiken zu minimieren und die Wirksamkeit zu sichern62.
Weitere Domänen (optional)
Je nach individueller Situation können weitere Bereiche ergänzt werden, z. B. Hautzustand und Wundmanagement, Schlafqualität, Seh- und Hörvermögen sowie Schluckfunktion und Mundgesundheit. Diese ergänzenden Domänen tragen zu einem noch umfassenderen Bild bei und helfen, spezifische Probleme zu erkennen und zu behandeln55.
Zusammenfassung und Empfehlungen
Am Ende des Befunds werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst. Empfehlungen für Pflege, Therapie und Alltagsgestaltung werden praxisnah formuliert. Dabei werden sowohl Risiken als auch Ressourcen berücksichtigt, um individuelle Zielsetzungen zu definieren und die Versorgung optimal zu gestalten63.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Befunderstellung
Eine strukturierte Vorgehensweise erleichtert die Erstellung des geriatrischen Befunds:
- Vorbereitung aller relevanten Unterlagen und Einbeziehung von Angehörigen oder Bezugspersonen.
- Durchführung der Anamnese und Erhebung der medizinischen Vorgeschichte sowie der Lebenssituation.
- Körperliche Untersuchung inklusive Mobilität, Kraft, Gleichgewicht, Gelenkfunktionen und Schmerz.
- Anwendung standardisierter funktioneller und kognitiver Tests.
- Erfassung der psychosozialen Situation, Ernährung und Medikation.
- Zusammenfassung der Befunde, Festlegung von Empfehlungen und Zielen.
- Interdisziplinäre Abstimmung und Planung regelmäßiger Evaluationen64.
Diese strukturierte und umfassende Befunderhebung ist die Grundlage für eine individuelle, ganzheitliche Versorgung und trägt maßgeblich zur Erhaltung der Lebensqualität im Alter bei.
Bewertung: Warum eine gründliche Befundung unverzichtbar ist
Für mich ist klar: Jede Befundung sollte ausführlich, schriftlich und mit maximaler Aufmerksamkeit erfolgen. Wer nur oberflächlich oder „nebenbei“ befundet, riskiert, wichtige Details zu übersehen – und verpasst die Grundlage für eine wirklich zielführende Therapie. Eine gute Befundung ist mehr als das bloße Sammeln von Daten: Sie ist ein aktiver Prozess des genauen Hinschauens, Zuhörens und Bewertens. Alle relevanten Aspekte – medizinisch, funktionell, kognitiv, emotional und sozial – müssen gründlich betrachtet werden. Erst die schriftliche Dokumentation sichert die Nachvollziehbarkeit und ermöglicht die Zusammenarbeit im Team.
Die Gefahr des Verzichts auf Befundung
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass man ohne eine gründliche Befundung auskommen kann, weil man viel Erfahrung hat oder aus Zeitmangel. Das wäre so, als wollte man einen Marathon ohne Training laufen – man riskiert Verletzungen, Überforderung und letztlich das Scheitern. Genauso führt eine unzureichende Befundung dazu, dass wichtige Details übersehen werden, die für eine erfolgreiche Therapie entscheidend sind. Ohne eine klare, schriftliche und bewertende Befundung fehlt die Grundlage, um individuelle Ziele zu setzen und passende Maßnahmen zu planen.
Befundung ist mehr als Diagnose
Eine Befundung endet nicht mit der Diagnose. Vielmehr ist sie der Ausgangspunkt, um gemeinsam mit Patient:in und Team Ziele zu formulieren und konkrete Maßnahmen zu planen. Die Bewertung der erhobenen Daten im Ganzen ist entscheidend: Was bedeuten die Testergebnisse, die Beobachtungen, die Aussagen der Patient:in im Zusammenhang? Erst aus dieser Gesamtschau lassen sich sinnvolle, individuelle Therapieziele und nächste Schritte ableiten.
Beispiele: Von der Befundung zu Zielen und Maßnahmen
- Beispiel Mobilität: Die Befundung ergibt eine deutliche Gangunsicherheit und reduzierte Muskelkraft. Ziel: Sturzprophylaxe und selbstständiges Gehen in der Wohnung. Maßnahmen: Gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining, Anpassung von Hilfsmitteln, Schulung im sicheren Umgang mit Gehhilfen.
- Beispiel Alltagskompetenz: Im Barthel-Index zeigt sich, dass das Ankleiden und die Nahrungsaufnahme nur mit Hilfe gelingen. Ziel: Erhalt und Förderung der Selbstständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Maßnahmen: Ergotherapeutische Übungen, Anpassung von Hilfsmitteln, Einbeziehung von Angehörigen.
- Beispiel Kognition: Die kognitiven Tests deuten auf eine beginnende Demenz. Ziel: Orientierung und Tagesstruktur erhalten. Maßnahmen: Gedächtnistraining, Einführung von Erinnerungshilfen, Beratung der Angehörigen.
- Beispiel Schmerz: Die Schmerzskala zeigt chronische Schmerzen, die die Bewegung einschränken. Ziel: Schmerzreduktion und Verbesserung der Lebensqualität. Maßnahmen: Anpassung der Medikation, physiotherapeutische Schmerzbehandlung, Entspannungstechniken.
Fazit
Eine gründliche, schriftliche und bewertende Befundung ist die Basis jeder guten Therapie. Sie verlangt volle Aufmerksamkeit, Klarheit und die Bereitschaft, alle Aspekte des Menschen in den Blick zu nehmen. Nur so entstehen individuelle, realistische Ziele und Maßnahmen, die wirklich etwas bewirken.
„Ich selber übe noch heute das Verfeinern beim Befunden“
Blick in die Zukunft: Befundungen werden immer wichtiger
In Zukunft werden strukturierte und umfassende Befundungen noch an Bedeutung gewinnen. Die demografische Entwicklung, zunehmende Multimorbidität und der Anspruch auf individuelle, evidenzbasierte Therapie machen es unerlässlich, alle relevanten Aspekte systematisch zu erfassen und zu bewerten. Digitale Dokumentation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Nutzung moderner Technologien werden den Stellenwert der Befundung weiter erhöhen.
Methoden und Tools, die Befundungen erleichtern
- Digitale Befundbögen und Apps: Elektronische Dokumentationssysteme ermöglichen eine strukturierte, schnelle und fehlerarme Erfassung aller Befunddaten. Sie bieten Checklisten, automatische Auswertungen und erleichtern die interdisziplinäre Kommunikation55.
- Standardisierte Assessment-Instrumente: Validierte Skalen und Tests wie Barthel-Index, FIM, MMSE, Tinetti-Test oder Geriatrische Depressionsskala sorgen für Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit.
- Wearables und Sensorik: Moderne Sensoren und Smartwatches messen Bewegungsdaten, Herzfrequenz, Schlaf und Aktivität im Alltag und liefern objektive Zusatzinformationen für die Befundung56.
- Interdisziplinäre Plattformen: Digitale Tools ermöglichen den Austausch von Befunden, Zielen und Maßnahmen zwischen Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pflegekräften – auch standortübergreifend.
- Sprach- und Texterkennung: Innovative Softwarelösungen erlauben die schnelle Dokumentation per Spracheingabe und automatischer Textstrukturierung.
- KI-gestützte Analysen: Künstliche Intelligenz kann helfen, Auffälligkeiten in großen Datenmengen zu erkennen, Risiken vorherzusagen und Therapieempfehlungen zu unterstützen57.
Mein Ausblick
Wer die Chancen moderner Methoden nutzt, kann Befundungen effizienter, genauer und patientenzentrierter gestalten. Entscheidend bleibt jedoch: Die beste Technik ersetzt nicht das aufmerksame, empathische und kritische Hinsehen und Bewerten. Befundung bleibt immer eine Kernkompetenz – heute und in Zukunft.
Fußnoten
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Das geriatrische Assessment – Praxis Matic. 2025.
- Insomnie – DocCheck Flexikon. 2025. https://flexikon.doccheck.com/de/Insomnie
- Iatrogene Erkrankungen – DocCheck Flexikon. 2024. https://flexikon.doccheck.com/de/Iatrogene_Erkrankungen
- Rubenstein LZ et al. A randomized trial of comprehensive geriatric assessment and management. N Engl J Med. 1984;311(26):1664-1670.
- Multimorbidity in patient’s care – definitions, strategies and limitations. PubMed. 2022.
- Multimorbidität im mittleren Alter – SaxoForN Ergebnisbroschüre. 2023.
- Das geriatrische Assessment | springermedizin.de. 2016.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Mobilität im Alter: Wie Physiotherapie Senioren zu mehr Lebensqualität verhilft. physiotherapie-theramedicom.de, 2025.
- 6 Dinge wie Physiotherapie Senioren mit Mobilität unterstützen kann. linkedin.com, 2024.
- Geriatrisches Assessment mit Demenztest (MMST, DEMTEC). hausarzt-iserbrook.de, 2022.
- Marusczyk D. Stellenwert des Timed up and go Tests und des Tinetti Tests im geriatrischen Assessment. Dissertation, LMU München, 2019.
- Smarte Sensoren im Einsatz zur Echtzeitüberwachung. medica.de, 2024.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Thieme: Praktische Geriatrie. Willkomm, Praktische Geriatrie, 2017.
- MSD Manual: Anamnese beim älteren Erwachsenen. 2024. https://www.msdmanuals.com/de/profi/geriatrie/untersuchung-des-geriatrischen-patienten/anamnese-beim-%C3%A4lteren-erwachsenen
- S3-Leitlinie Umfassendes Geriatrisches Assessment (CGA), AWMF-Registernummer 084-003, 2024.
- Hausärztliche Leitlinie Geriatrisches Assessment. Version 1.03, 2018.
- Mobilität | Medizinischer Dienst – KC Geriatrie. kcgeriatrie.de, 2024.
- Marusczyk D. Stellenwert des Timed up and go Tests und des Tinetti Tests im geriatrischen Assessment. Dissertation, LMU München, 2019.
- Gangstörungen bei älteren Menschen. MSD Manual, 2023.
- Mobilität in der Langzeitpflege – CORE. Dissertation, 2014.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Thieme: Praktische Geriatrie. Willkomm, Praktische Geriatrie, 2017.
- S3-Leitlinie Umfassendes Geriatrisches Assessment (CGA), AWMF-Registernummer 084-003, 2024.
- Kulus S, et al. Partizipative Zielsetzung in der Geriatrie – Auswirkungen auf Rehabilitationserfolg und Lebensqualität. Z Gerontol Geriatr. 2022;55(4):345–353.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Deutsche Gesellschaft für Geriatrie: Geriatrisches Assessment – Barthel-Index und FIM-Score. 2024.
- Folstein MF et al. „Mini-Mental State“: A practical method for grading the cognitive state of patients for the clinician. J Psychiatr Res. 1975;12(3):189–198.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE): Ergotherapie und soziale Teilhabe, 2023.
- Kielhofner G. Model of Human Occupation: Theory and Application. 4th edition. 2008.
- Gillespie LD, Robertson MC, Gillespie WJ et al. Interventions for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev. 2012;9:CD007146.
- Cacioppo JT, Cacioppo S. Social relationships and health: The toxic effects of perceived social isolation. Soc Personal Psychol Compass. 2014;8(2):58-72.
- Legg L, Drummond A, Langhorne P. Occupational therapy for older people in acute hospital settings. Cochrane Database Syst Rev. 2017;2:CD007443.
- Beispielhafte Fallstudie: Ergotherapie nach Schlaganfall, Deutsche Gesellschaft für Ergotherapie, 2023.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Deutsche Gesellschaft für Geriatrie: Geriatrisches Assessment – Mobilität und Funktion, 2023.
- Barthel-Index und FIM-Score: Instrumente zur Alltagskompetenz. Z Gerontol Geriatr. 2022;55(2):123–130.
- Folstein MF et al. „Mini-Mental State“: A practical method for grading the cognitive state of patients for the clinician. J Psychiatr Res. 1975;12(3):189–198.
- Geriatrische Depressionsskala (GDS) und psychosoziale Diagnostik. Z Gerontol Geriatr. 2021;54(1):45–51.
- AGS Panel on Persistent Pain in Older Persons. The management of persistent pain in older persons. J Am Geriatr Soc. 2002;50(6):S205–S224.
- Volkert D et al. ESPEN guideline on clinical nutrition and hydration in geriatrics. Clin Nutr. 2019;38(1):10–47.
- Maher RL, Hanlon J, Hajjar ER. Clinical consequences of polypharmacy in elderly. Expert Opin Drug Saf. 2014;13(1):57–65.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Thieme: Praktische Geriatrie. Willkomm, Praktische Geriatrie, 2017.
- S3-Leitlinie Umfassendes Geriatrisches Assessment (CGA), AWMF-Registernummer 084-003, 2024.
- Stuck AE, Siu AL, Wieland GD, Adams J, Rubenstein LZ. Comprehensive geriatric assessment: a meta-analysis of controlled trials. Lancet. 1993;342(8878):1032–1036.
- Rubenstein LZ, Stuck AE, Siu AL, Wieland D. Impacts of comprehensive geriatric assessment programs in hospitals: overview of the evidence. J Am Geriatr Soc. 1991;39(9 Pt 2):8S–16S.
- Ellis G, Whitehead MA, Robinson D, O’Neill D, Langhorne P. Comprehensive geriatric assessment for older adults admitted to hospital. Cochrane Database Syst Rev. 2011;7:CD006211.
- Gillespie LD, Robertson MC, Gillespie WJ et al. Interventions for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev. 2012;9:CD007146.
- Deutsche Gesellschaft für Geriatrie: Geriatrisches Assessment – Befundvorlagen und Instrumente, 2023.
- Legg L, Drummond A, Langhorne P. Occupational therapy for older people in acute hospital settings. Cochrane Database Syst Rev. 2017;2:CD007443.
- S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2, AWMF-Registernummer 084-002, 2024.
- Deutsche Gesellschaft für Geriatrie: Geriatrisches Assessment – Mobilität und Funktion, 2023.
- Barthel-Index und FIM-Score: Instrumente zur Alltagskompetenz. Z Gerontol Geriatr. 2022;55(2):123–130.
- Folstein MF et al. „Mini-Mental State“: A practical method for grading the cognitive state of patients for the clinician. J Psychiatr Res. 1975;12(3):189–198.
- Geriatrische Depressionsskala (GDS) und psychosoziale Diagnostik. Z Gerontol Geriatr. 2021;54(1):45–51.
- AGS Panel on Persistent Pain in Older Persons. The management of persistent pain in older persons. J Am Geriatr Soc. 2002;50(6):S205–S224.
- Volkert D et al. ESPEN guideline on clinical nutrition and hydration in geriatrics. Clin Nutr. 2019;38(1):10–47.
- Maher RL, Hanlon J, Hajjar ER. Clinical consequences of polypharmacy in elderly. Expert Opin Drug Saf. 2014;13(1):57–65.
- Thieme: Praktische Geriatrie. Willkomm, Praktische Geriatrie, 2017.
- S3-Leitlinie Umfassendes Geriatrisches Assessment (CGA), AWMF-Registernummer 084-003, 2024.


Schreibe einen Kommentar