Angst und Depression: Die modernen Geißeln

Angst und Depression: Die modernen Geißeln

Angst und Depression sind reale Gefahren für den Körper

Angst und Depression sind Risikofaktoren für körperliche Erkrankung und somatische Symptome genau so wie Fettleibigkeit und Rauchen. Davon sind medizinische Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Schlaganfall, Arthritis, Bluthochdruck, Diabetes, und Krebs betroffen. Es kann zu somatischen Symptomen wie Magenprobleme, Atemnot, Schwindel, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schmerzen und Sehschwäche kommen. Das ist das Ergebnis von Andrea N. Niles und Aoife O’Donovan. Beide sind Forschungsdoktoranten der University of California1.

Körperliche Beschwerden wirken auf die Psyche

Bekannt ist, dass körperliche Beschwerden auf die Psyche wirken. Erst kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht, da hat man untersucht, wie sich Psoriasis auswirkt2. Wie bei vielen Erkrankungen steigt die Gefahr einer Depression deutlich an.

Psychische Beschwerden wirken auf den Körper

Früher gab es eine eindeutige Trennung zwischen Körper und Psyche. Psychische Faktoren wurden als Quatsch regelrecht abgetan. Heute wissen wir mehr. So untersuchte die American Heart Association sieben veränderliche kardiovaskuläre Kennzahlen.

  • Gesundheitsverhalten
    • Body-Mass-Index
    • Rauchen
    • körperliche Aktivität
    • Nahrungsaufnahme
  • Gesundheitsfaktoren
    • Gesamtcholesterin
    • Blutdruck
    • Nüchternglukose

Einmal logisch nachgedacht und jeder weiß es 🙂 3. Doch Forscher sind auch anderen Begleiterkrankungen auf der Spur: Die häufig anzutreffenden Darmerkrankungen4. Und wen wundert es, denn es steigen auch die allgemeinen Entzündungswerte im Körper5.

Besonders enge Vernetzung mit bestimmten Systemen

Es gibt messbare Zusammenhänge zwischen Depression und dem metabolische Syndrom, dem Diabetes mellitus Typ 2 und Gefäßerkrankungen6. Doch dies ist keine Einbahnstraße. Eine manifeste Gefäßerkrankung verschlechtert eine die Prognose einer Depression. Und nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sind vermehrt depressive Syndrome messbar. Fatal daran ist, dass dadurch die Prognose sich maßgeblich verschlechtert7. Wie eng körperliche und seelische Prozesse zusammen hängen, zeigt eine weitere Studie: Verkalkung der Arterien gehen mit depressiven Symptomen einher8. Da fragt man sich nur, was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei.

Die Wechselwirkung mit der Umwelt

Von den inneren Wechselwirkungen wissen wir nun schon recht viel. Doch wir schweben ja nicht in einem leeren Kosmos. Und so ist es auch logisch, dass es zu fast allem auf der Welt Wechselwirkungen gibt9. Besonders die Luftverschmutzung, Bisphenole und Pestizide wirken auf die menschliche Psyche. Dabei geschieht dies über verschiedene Wege.

Einschränkungen in vielen Bereichen des Lebens

Neben den gesundheitlichen Einschänkungen leiden depressive Menschen auch in ihrem Alltag. Am Tag fehlt der Antrieb und die Lust. In der Nacht gibt es vermehrt obstruktive Schlafapnoe, Restless-Leg-Syndrom und/oder Bewegungsstörungen der Extremitäten10.

Wie viele Menschen sind von einer Depression eigentlich betroffen?

Es sind unglaublich viele Menschen. Die Depression trifft rund 19 Prozent. So viele leiden ein Mal in ihrem Leben an ihr11. Untersucht wurden Menschen von 16 bis 84 Jahren. Und jeder dritte leidet nicht nur ein Mal am Blues, dem Gefühl der Traurigkeit, Einsamkeit und Verlorenheit.

Wie misst man eigentlich eine Depression?

Hauptsymptome

  • Gedrückte, depressive Stimmung
  • Interessen- und Freudlosigkeit
  • Antriebslosigkeit

Zusatzsymptome

  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • Pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Selbstschädigung/Suizidgedanken
  • Schlafstörungen
  • Verminderter Appetit

Weitere körperliche Symptome

  • Schlaflosigkeit
  • Müdigkeit
  • Nachlassen der Libido
  • Schmerzen (Kopf-, Rücken-, Gelenk- und Muskelschmerz)
  • Herzschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Kreislaufprobleme
  • Atemnot

Die klassische Einteilung der Schweregrade

  • LEICHT 2 Hauptsymptome + 2 Zusatzsymptome
  • MITTEL 2 Hauptsymptome + 3 bis 4 Zusatzsymptome
  • SCHWER 3 Hauptsymptome + 4 Zusatzsymptome

Eine manifeste Diagnose liegt vor, wenn die Symptome mindestens zwei Wochen bestehen. Zum Messen und Überprüfen habe ich eine Liste im Mitgliederbereich angelegt. Melde Dich an und lade die Liste kostenlos herunter. Und ja, es gibt verschiedene Listen zum Messen. Diese ist nur ein Beispiel. Eine häufig verwendet ist die Hamilton-Skala. Ich habe eine Kurzform ebenfalls zum Herunterladen.

Was kann man gegen diese Gefahren machen?

Einmal großes Reinemachen bitte

Es ist immer wieder erstaunlich, wenn man sich wissenschaftliche Studien ansieht. Da wird mit der Forschung regelrecht auf Lehrmeinungen eingehauen. So auch bei den therapeutischen Angeboten für Klientin mit Angst oder Depression. Eigentlich galt lange Zeit nur eine Tiefenanalyse als zielführend (Psychologische Tiefenanalyse/Tiefenpsychologie nach Freud). Sie zieht sich über Jahre und man kehrt wirklich alles aus, um es dann teilweise mühsam wieder einzuräumen. Unbestritten eine hervorragende Therapie.

Warum ist es eigentlich so schwer an die Ursachen zu kommen

Die Ursachen liegen nicht im bewussten Teil unseres Seins. Sie liegen im Unbewussten. Wir können sie durch unser Verhalten erkennen. Aber wir können nicht sehen, woher es kommt. Unter Umständen ist es gar nicht in uns selbst angelegt, sondern in unseren Vorfahren12. Also für das Ergründen brauchen wir wirklich einen kompetenten Ansprechpartner. Und wir dürfen auch nicht vergessen, wir beschummeln uns ja auch gern mal selber 😉 Zudem besteht die Gefahr sich selbst nach einem Trauma falsch zu therapieren13.

Schneller und vor allem günstiger soll es heute gehen

Man hat aber nach effektiveren Methoden Ausschau gehalten. Und so kam kognitive Therapie mehr in den Vordergrund. Man nennt sie auch die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und die Rational-emotive Verhaltenstherapie (REVT). Hier wird dem Denkprozess, also dem Gelaber im Kopf, viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Auch wenn die wissenschaftliche abstrakte Wertigkeit gering geschätzt wird, sie wirkt!!!

Die neue Zeit ersetzt den Therapeuten

Die selbstgesteuerte internetbasierte kognitive Verhaltenstherapien (iCBTs) ist der neueste Schrei. Für depressive Symptome können sie den Zugang zu psychischen Behandlungen erheblich verbessern. Und das hat man nun untersucht und unglaublich aber wahr: Sie funktioniert14. Welch ein Hammer.

Der Weg des Körpers

Ich folge dem entgegen gesetztem Trend. Ich vertraue ganz auf den Körper. Was mir Zellen, Gewebe, Organe und der ganze Organismus verraten ist für ich so viel direkter und klarer. Was aber nicht für jeden Klienten das richtige sein muss. Aber besonders Fälle, wo sich körperliche Symptome mit Depression oder Angst verbinden, da beweist die Körpertherapie nachweislich ihren Stellenwert15.

Körperliche Beschwerden im Fokus

In den klassischen Therapien werden die körperlichen Symptome nur unzureichend angegangen. Doch zum Wohlbefinden und vor allem für die Prognose einer Depression ist es unausweichlich körperliche Symptome in den Fokus zu holen und eine entsprechende Therapie anzubieten. Hier ist es auch angezeigt, einen geeigneten Sport für den Betroffenen zu finden. Einem bei dem Spaß und Freude überwiegen.

Wie kannst Du herausfinden, was für Dich gut ist

Ganz ehrlich, vertraue Deinem Gefühl! Wenn Du kein Vertrauen, keine Sicherheit und keine Zuversicht hast, dann lasse die Finger davon. Und Dich sollte auch kein Therapeut überzeugen müssen. Das ist Quatsch. Denn Deine Widerstände sind ja ebenda auch Deine Anteile. Behüte sie, beschütze sie.

Was man selber machen kann

Eigentlich weiß es jeder. Aber bei Depression, Angst und Panikattacken fällt es wohl besonders schwer. Da gibt es dann nicht nur den inneren Schweinehund. Es fehlt einfach der Antrieb. Doch hier gilt es einfach umzuschalten. Nicht darüber nachdenken, einfach machen. Vor allem Jogging und Entspannungstraining sind effektiv16. Bei anderen Techniken gibt es leider Schwierigkeiten mit den Untersuchungen. Yoga scheint ein weiteres Mittel zu sein, wenn es zielgerichtet eingesetzt wird17. Aber auch hier gilt: Selbst versuchen und selber messen.

Die Befreiung ist ein Weg

Die Bewältigung der Vergangenheit jedes Mal, wenn Du Dich siehst, ist die Befreiung von der Vergangenheit. Leiden hört nur dann auf, wenn das Licht des Verstehens aufgeht. Und dieses Licht entsteht nicht durch die eine Erfahrung oder durch den plötzlichen Blitz des Verstehens. Vielmehr wird dieses Verstehens durch sich selbst ständig beleuchtet. Indem Du Dich selbst versteht, beendest Du Leiden.

Krishnamurti, 1971

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Fußnoten

  1. Niles, A. N., & O’Donovan, A. (2018). Comparing anxiety and depression to obesity and smoking as predictors of major medical illnesses and somatic symptoms. Health Psychology. Advance online publication
  2. Patients with Moderate to Severe Psoriasis Associate with Higher Risk of Depression and Anxiety Symptoms: Results of a Multivariate Study of 300 Spanish Individuals with Psoriasis (Maria José Tribó, Marta Turroja, Gemma Castaño-Vinyals, Antonio Bulbena, Elena Ros, Pablo García-Martínez, Francisco Tausk, Marc Sagristà, Ramon M. Pujol, Marta Ferran, Fernando Gallardo DOI: 10.2340/00015555-3114) ActaDermatoVenereologica 09.01.2019
  3. Association between cardiovascular health metrics and depression among U.S. adults (ZefengZhang M.D., Zh.D Sandra JacksonPh.D Robert Merritt M.S. Cathleen Gillespie M.S. QuanheYang Ph.D) National Health and Nutrition Examination Survey, 2007-2014
  4. Depression Promotes the Onset of Irritable Bowel Syndrome through Unique Dysbiosis in Rats (Takajo T, Tomita K, Tsuchihashi H, Enomoto S, Tanichi M, Toda H, Okada Y, Furuhashi H, Sugihara N, Wada A, Horiuchi K, Inaba K, Hanawa Y, Shibuya N, Shirakabe K, Higashiyama M, Kurihara C, Watanabe C, Komoto S, Nagao S, Kimura K, Miura S, Shimizu K, Hokari R) Gut and Liver 2017
  5. Longitudinal association between depression and inflammatory markers: results from the NESDA study (Lamers, Femke et al.) Biological Psychiatry 2019
  6. Interaktion von Depression mit kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen (Michael Deuschle, Maria Gilles) PSYCH up2date 2019; 13(01): 23-33
  7. Effects of chronic physical disease and systemic inflammation on suicide risk in patients with depression: a hospital-based case–control study (Kyu Young Oh, Nicholas T. Van Dam, John T. Doucette and James W. Murrough) Psychological Medicine 04 January 2019
  8. Epi-Aortic Trunk Evaluation in Elderly Patients with and Without Depression: A Cross-Sectional Study (Grazia D Onofrio, Maria Grazia Longo, Michele Pacilli, Daniele Sancarlo, Mariangela Pia Dagostino, Davide Seripa, Michele Lauriola, Leandro Cascavilla, Francesco Paris, Filomena Addante, Antonio Mangiacotti, Sandra Mastroianno, Giuseppe Di Stolfo, Vincenzo Inchingolo, Maurizio Leone, Aldo Russo, Antonio Greco) Neuropsychiatry Journal 2019
  9. Environmental Exposures and Depression: Biological Mechanisms and Epidemiological Evidence (Matilda van den Bosch, Andreas Meyer-Lindenberg)
    Annual Review of Public Health 24.12.2018
  10. Depression Differently Associate with Sleep Measurement in Obstructive Sleep Apnea, Restless Leg Syndrome and Periodic Limb Movement Disorder (Tsung-Han Lee, Ting-Ting Yen, Nan-Ying Chiu, Cheng-Chen Chang, Wen-Yu Hsu, Yu-Jun Change Ting-Gang Chang) Science Direct 31. Dezember 2018
  11. Kan behandling med antidepressiva läkemedel påverka sjukdomens svårighetsgrad och självmordstankar/självmordshändelser hos barn och ungdomar med egentlig depression? (Soz AhmadGhafour) Vetlanda 2018-11-16 http://www.diva-portal.org/smash/get/diva2:1277251/FULLTEXT01.pdf
  12. Functional and structural networks of lateral and medial orbitofrontal cortex as potential neural pathways for depression in childhood (Qiang Wang Joann S. Poh Daniel J. Wen Birit F. P. Broekman Yap‐Seng Chong Fabian Yap Lynette P. Shek Peter D. Gluckman Marielle V. Fortier Anqi Qiu) Depression and Anxiety 30 December 2018
  13. Why do trauma survivors become depressed? Testing the behavioral model of depression in a nationally representative sample (Shannon M. Blakey, Jennifer Y. Yi , Patrick S. Calhounb, Jean C.Beckhamb, Eric B. Elbogen) Science Dirct Band 272 , Februar 2019 , Seiten 587–594
  14. The Generalizability of Randomized Controlled Trials of Self-Guided Internet-Based Cognitive Behavioral Therapy for Depressive Symptoms: Systematic Review and Meta-Regression Analysis (Lorenzo Lorenzo-Luaces (1), PhD ; Emily Johns (1), BS ; John R Keefe (2), MA: 1. Department of Psychological and Brain Sciences, Indiana University Bloomington, Bloomington, IN, United States 2. Department of Psychology, University of Pennsylvania, Philadelphia, PA, United States
  15. Influence of Craniosacral Therapy on Anxiety, Depression and Quality of Life in Patients with Fibromyalgia (Guillermo A. Matarán-Peñarrocha,1 Adelaida María Castro-Sánchez,2 Gloria Carballo García,3 Carmen Moreno-Lorenzo,1 Tesifón Parrón Carreño,4 and María Dolores Onieva Zafra5 1La Vega Sanitary District (Andalusian Health Public Service), Department of Physical Therapy, University of Granada, Spain 2Department of Physical Therapy, University of Almería, Spain 3Department of Psychology, University of Granada, Spain 4Department of Neurosciences, University of Almería, Spain 5Department of Nursing and Physical Therapy, University of Almería (UAL), Spain)
  16. Sport in der Primärprävention: Langfristige Auswirkungen auf psychische Gesundheit (Oliver Stoll, Martin Luther University Halle-Wittenberg, und Dorothee Alfermann, University of Leipzig) Zeitschrift für Gesundheitspsychologie 5(5):91-108, January 1997
  17. Yoga for depression: The research evidence (Karen Pilkington ab Graham Kirkwood a1 Hagen Rampes c Janet Richardson ad) Journal of Affective Disorders Volume 89, Issues 1–3, December 2005, Pages 13-24

Reiner Schwope

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